iPad 2: Steve Jobs‘ Überraschungscoup

Es sah nach einer müden Keynote aus: Die zweite Version des iPad – na ja, das würden wohl eher kosmetische Verbesserungen seien, unkten Skeptiker. Apple gelang gestern im Yerba Center in San Francisco indes die doppelte Überraschung: Nicht nur das komplett überholte iPad verblüffte Beobachter – sondern vor allem der Präsentator. Der kranke Apple-CEO Steve Jobs trat selbst auf die Bühne – und zwar selbstbewusst wie eh und je. Unterschiede zu vergangenen Keynotes waren nicht erkennbar. Die Aktie zieht an.

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Es sah nach einer müden Keynote aus: Die zweite Version des iPad – na ja, das würden wohl eher kosmetische Verbesserungen seien, unkten Skeptiker. Apple gelang gestern im Yerba Center in San Francisco indes die doppelte Überraschung: Nicht nur das komplett überholte iPad verblüffte Beobachter – sondern vor allem der Präsentator. Der kranke Apple-CEO Steve Jobs trat selbst auf die Bühne – und zwar selbstbewusst wie eh und je. Unterschiede zu vergangenen Keynotes waren nicht erkennbar. Die Aktie zieht an.  

Was wurde nicht alles gemutmaßt, spekuliert und geschrieben in den Wochen seit Steve Jobs am 17. Januar seine dritte krankheitsbedingte Auszeit verkündete – die allerschlimmsten Auswüchse von Sensationsjournalismus berichteten in Bild und sogar Video über den vermeintlichen Krankheitszustand des angeschlagenen Apple-CEOs.

Dann stand Steve Jobs plötzlich auf der Bühne des Yerba-Centers. Es war ein Auftritt, der keine sichtbare Veränderung zeigt – es war, zumindest äußerlich, der alte Steve Jobs, der mit stehenden Ovationen empfangen wurde. "Wir haben an dem Produkt eine Weile gearbeitet, so dass ich das hier nicht verpassen wollte", scherzt der 56-Jährige zu Beginn der mehr als einstündigen Präsentation.

Steve Jobs präsentiert in Bestform: "Das iPad dramatisch verbessert"

"Das Produkt", wie Jobs es nennt, ist dann die zweite Überraschung des Morgens: Es ist natürlich das iPad 2 – aber weit mehr als nur ein marginales Upgrade. Es ist eine Runderneuerung im komplett neuen Design, mit neuem Chip und mit neuen Features wie dem Video-Chat FaceTime, für den das iPad wie das iPhone 4 und der iPod touch mit zwei Kameras ausgestattet wurde. "Wir haben das iPad dramatisch verbessert", erklärt Jobs und holt zum Schlag gegen die Wettbewerber  aus, die er als "Copycats" abtut.

Die Konkurrenzmodelle von Samsung, HP, Research in Motion und Motorola könnten es immer noch nicht mit dem iPad der ersten Generation aufnehmen, teilt Jobs aus. Man habe sich aber nicht auf den Lorbeeren ausgeruht, sondern das iPad weiterentwickelt. Ergebnis: "Es ist dramatisch dünner und schneller". Und sogar zum Lieferstart in Weiß erhältlich, wie der Apple-CEO in Anspielung auf die inzwischen legendären Lieferschwierigkeiten beim iPhone 4  scherzend bemerkte.

Börse reagiert positiv – Fragezeichen bleiben

Auch mit der schnellen Auslieferung ist Apple ein Überraschungscoup gelungen. Bereits Freitag in einer Woche werden sich amerikanische Apple-Aficionados in den USA über ihren iDay freuen – dann kommt das neue iPad in den USA bereits auf den Markt. Obwohl Steve Jobs die iPad-Keynote der zweiten Generation sechs Wochen später als im Vorjahr hielt, erscheint das iPad 2 sogar fast einen Monat eher als sein Vorgänger 2010. Apple-Fans in Deutschland und in 25 anderen Ländern kommen gar zwei Monate früher als 2010 in den Besitz ihres neuen Tablet-Macs – bereits am 25. März wird er ausgeliefert.     

Dieser Cocktail, bestehend aus einer schnelleren Lieferung, einem interessanteren zweiten Modell als erwartet und vor allem Steve Jobs selbstgewissen Auftritt, führte zu einer ungewohnt positiven Reaktion an der Börse. Zwar zog die Apple-Aktie im gestrigen Handel an der Wall Street nur um 1 Prozent auf 352 Dollar an, tendierte damit aber stärker als der Markt. Wichtiger noch: Normalerweise tendieren die Apple-Anteilsscheine nach Produktvorstellungen in einer klassischen "Sell on the News"-Reaktion schwächer, wie selbst vor einem Jahr nach der spektakulären Präsentation des ersten iPad.   

Maßgeblichen Anteil an der positiven Reaktion der Wall Street hatte Steve Jobs selbst. Als der Apple-CEO die Bühne betrat, zogen die Aktien binnen Sekunden um zwei Dollar an. "Die Aktie sprang nach seinem Auftritt an, aber nicht so, wie man es erwarten würde, wenn Apple einen vollkommen gesunden CEO hätte", ordnete Robert Lutts, leitender Vermögensverwalter bei Cabot Money Management, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ein. Fragezeichen bleiben also. Steve Jobs erklärte gestern nicht, wann er seine krankheitsbedingte Auszeit beenden würde.

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