Apple-Topmanager zurückgetreten

Also doch: Die Empfangsstörungen des iPhone 4, die Apple im vergangenen Monat ein veritables PR-Debakel beschert haben, ziehen nun auch personelle Konsequenzen nach sich. Mark Papermaster, Chef von Apples Hardware-Sparte und damit auch Verantwortlicher für die Ausstattung des iPhone 4, ist seinen Job nach nicht mal zwei Jahren wieder los. Nach übereinstimmenden US-Medienberichten wurde der frühere IBM-Topmanager gefeuert. Der Schritt beweist: Antennagate hat Spuren hinterlassen.

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Also doch: Die Empfangsstörungen des iPhone 4, die Apple im vergangenen Monat ein veritables PR-Debakel beschert haben, ziehen nun auch personelle Konsequenzen nach sich. Mark Papermaster, Chef von Apples Hardware-Sparte und damit auch Verantwortlicher für die Ausstattung des iPhone 4, ist seinen Job nach nicht mal zwei Jahren wieder los. Nach übereinstimmenden US-Medienberichten wurde der frühere IBM-Topmanager gefeuert. Der Schritt beweist: Antennagate hat Spuren hinterlassen.

Der Klassiker greift immer noch: Wann ist der beste Zeitpunkt, um sich halbwegs geräuschlos von leitenden Angestellten zu trennen? Natürlich Freitagnachmittag, wenn Belegschaft und Presse schon auf dem Weg ins Wochenende sind.

Die Opfer am vergangenen Freitag sind dann aber doch alles andere als gewöhnliche Personalien, kommen sie doch von zwei Top-Konzernen der amerikanischen Technologiebranche – Hewlett-Packard und Apple. Im Falle HPs fällt die Demission ziemlich klar in die Kategorie menschliches Versagen: CEO Mark Hurd stolperte über eine mutmaßliche Affäre mit einer externen Mitarbeiterin, die jedoch beträchtliche Spesen kostete, die Hurd dem Traditionstechnologiekonzern in Rechung stellte. Anfängerfehler, mögen Spötter behaupten.  

Kurzes Apple-Intermezzo: Papermaster verlässt nach 18 Monaten Cupertino

Offenkundig technisches Versagen liegt dagegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zwischen Apple und seinem Hardware-Chef zugrunde. Mark Papermaster, bis Ende 2008 noch hochrangiger IBM-Topmanager verantwortet nämlich die Hardware-Sparte des iPhones und iPods. Damit ist schon fast alles gesagt: Bekanntermaßen wurde die äußerst erfolgreiche Produkteinführung des iPhone 4 fast vollständig von der PR-Panne überlagert, die als "Antennagate" bekannt ist – die Empfangsprobleme  in bestimmten Halte-Positionen des Apple-Smartphones.     

Die wurden Papermaster, der Anfang 2009 nach monatelangen rechtlichen Streitereien mit IBM zu Apple wechseln durfte, nun offenkundig zum Verhängnis. Nach übereinstimmenden US-Medienberichten dürfte Papermaster nicht freiwillig aus dem Job geschieden sein, den er einst mit den markigen Worten begann: "Ich werde besser bezahlt werden als bei IBM."

iPhone 4: Kommerzieller Erfolg trotz PR-Debakel

Damit ist nun Schluss. Angekündigt hatte sich die Demission bereits: Im Werbevideo des iPhone 4, in dem traditionell nur Apple-Mitarbeiter auftraten, fehlte Papermaster bereits – ebenso wie auf der Pressekonferenz am 16. Juli zur Lösung der Empfangsprobleme. Statt Papermaster durfte neben Steve Jobs und Interims-CEO Tim Cook Bob Mansfield auf die Bühne, der bisher die Mac-Sparte verantwortete – und nun auch Papermasters Aufgaben übertragen bekommt, zumindest bis ein Nachfolger gefunden ist.

Die späten Konsequenzen dürften unterstreichen, wie sehr der Haussegen in Cupertino anlässlich des PR-Debakels Antennagate schief hängt. Das iPhone ist längst Apples wichtigster Umsatzzweig – und die vierte iPhone-Generation mit zahlreichen Neuerungen Apples bisher nachhaltigste Smartphone-Auffrischung, die kommerziell ein totaler Erfolg ist.

Kommt das iPhone 5 schon im Januar?

Wie ärgerlich muss da für den Perfektionisten Steve Jobs das Zugeständnis einer Schutzhülle sein, die etwa das "Handelsblatt" mit einem Kondom vergleicht? Richtig sexy geht anders. Und damit nicht genug: Auf das weiße iPhone 4 warten Kunden immer noch – es soll es "erst später in Laufe des Jahres erhältlich sein."

Entsprechend überborden bereits Spekulationen über einen vorgezogenen Start der nächsten iPhone-Generation. Mit der Nachfolger-Generation sei bereits im Januar zu rechnen, vermelden US-Blogs, die das "aus verlässlichen Quellen erfahren haben wollen." Fest steht nur eines: Nach dem iPhone ist vor dem iPhone.

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