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Steve Jobs’ Rückzug: das Ende der iÄra

Der Tag ist gekommen: Apple ohne Steve Jobs – das, was eigentlich immer undenkbar schien, ist seit heute Nacht Gewissheit. Gesundheitlich schwer angeschlagen, hat Steve Jobs seinen Chefsessel nun gegen den – eher symbolischen – Aufsichtsratsvorsitz getauscht. Eine Ära geht damit zu Ende: Dem visionären Apple-Gründer, der zwischenzeitlich aus dem eigenen Unternehmen vertrieben wurde, ist die größte Turnaroundstory in der Wirtschaftsgeschichte gelungen, die er mit dem Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt krönte.

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Der Tag ist gekommen: Apple ohne Steve Jobs – das, was eigentlich immer undenkbar schien, ist seit heute Nacht Gewissheit. Gesundheitlich schwer angeschlagen, hat Steve Jobs seinen Chefsessel nun gegen den – eher symbolischen – Aufsichtsratsvorsitz getauscht. Eine Ära geht damit zu Ende: Dem visionären Apple-Gründer, der zwischenzeitlich aus dem eigenen Unternehmen vertrieben wurde, ist die größte Turnaroundstory in der Wirtschaftsgeschichte gelungen, die er mit dem Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt krönte.      

Was ist das größte Vermächtnis, das Steve Jobs hinterlässt: Der Ufo-Campus, der der Nachwelt auf Jahre, vielleicht Jahrzehnte verdeutlichen soll, welches Königreich Apple mit seiner iWelt erschaffen hat? Das iPhone, der größte Verkaufserfolg eines Technologieproduktes aller Zeiten? Das iPad, das am schnellsten wachsende Technologieprodukt aller Zeiten, das sich anschickt, den Erfolg des iPhones zu übertreffen? Oder doch der Macintosh, mit dem vor 27 Jahren die Neuzeiten des Personal Computings begonnen?

Vielleicht ist Dimension am Ende aber noch eine andere – nämlich die, die eines Shakepearschen-Drama würdig wäre, weil sie epische Anleihen hat: Jobs’ eigene Geschichte von rasantem Aufstieg, tiefem Fall, unglaublichem Erfolg im zweiten Anlauf, um dann auf dem Gipfel von höheren Mächten – nämlich dem eigenen Körper – gestoppt zu werden. Mehr Drama geht nicht.

Thomas Edison und Henry Ford unserer Zeit

Und mehr Erfolg auch nicht: Steve Jobs ist so etwas wie der Thomas Edison, Henry Ford oder Howard Hughes unserer Zeit – er hat mit Apple einen Technologiekonzern geschaffen, wie ihn sich der Verbraucher in seiner Einfachheit immer gewünscht hat, seit die IT-Branche versucht, mit Hard- und Software das Berufs- und Alltagsleben zu verbessern. Wie unglaublich sperrig und lebensfeindlich wirkten noch die staubigen PCs der 90er Jahre, wie beschränkt die Handy-Welt vor dem ersten iPhone.  

Mit Steve Jobs ist der PC zunächst als bunter iMac zum wohl gelittenen Begleiter geworden – zu einem Arbeitsgerät, von dem Springer-Chef Mathias Döpfner einst sagte, er lasse seine Mitarbeiter den Arbeitsalltag mit vielleicht etwas mehr Motivation beginnen. Und so wie die Macs die Arbeitswelt angenehmer gemacht haben, so haben die iPods, iPhones und iPads ihren Weg in unsere Freizeit gefunden, weil sie es endlich geschafft haben, den eigentlichen Rohstoff der digitalen Revolution – das Internet – nutzbar zu machen.  

iPhones und iPad sind nahezu Science Fiction-esque Hilfsmittel, mit denen wir Dinge tun können, die wir uns vor fünf Jahren noch gar nicht vorstellen konnten: Das echte Internet immer und überall dabei, tausende Musik, Bücher, Fotos und Videos in einem flachen Gerät versammelt, das kleiner ist als ein Wochen-Magazin – was ist das, wenn nicht der Quantensprung unserer digitalen Zeit?

14 Jahre als Apple-CEO: Mehr als 6000 Prozent Plus für Aktionäre

Die Art und Weise jedoch, in der Jobs seine iRevolution vorangetrieben hat, hat seine Legende ins Unsterbliche verklärt – und damit ist nicht der spleenige Auftritt im schwarzen Rollkragen-Pulli, der Bluejeans und New Balance-Turnschuhen und das "One More Thing" am Ende der ikonischen Keynotes gemeint.

Tatsächlich hat es eine solche Turnaround-Story in der Wirtschaftswelt noch nicht gegeben. Als Jobs Apple im September 1997 zum zweiten Mal übernahm, hatte der einstige Computerpionier gerade einen Milliardenverlust angehäuft, Apple hatte sich hoffungslos in seinen unzähligen Modellen und Produktangeboten verzettelt, die Barmittel wurden knapp.

Was Steve Jobs in den folgenden 14 Jahren gelang, ist – rein ökonomisch betrachtet – die größte Wertschöpfung aller Zeiten. Splitbereinigt lag die Apple-Aktie am 16. September 1997, als Steve Jobs zum Interims-Vorstand (iCEO) ernannt wurde, bei weniger als 6 Dollar. Gestern waren es 376 Dollar. Das entspricht einer Wertsteigerung von mehr als 6000 Prozent in 14 Jahren. Oder andersherum ausgedrückt: Wer im Herbst 1997 für 16.000 Dollar Apple-Aktien gekauft hätte, wäre heute Dollar-Millionär. Und das ungeachtet aller Börsenkrisen, die Anleger in den letzten anderthalb Jahrzehnten viel Rendite gekostet haben.   
 
Krönung zum Schluss: Apple wertvollster Konzern der Welt
In der vorvergangenen Woche schließlich zementierte Apple seinen unglaublichen Gipfelsturm mit einem letzten großen Sprung auf den Börsenolymp: Apple überholte Exxon Mobil und war – zunächst für einige Stunden, dann einen Tag später auch auf Schlusskursbasis – das wertvollste Unternehmen der Welt.

Steve Jobs war am Ziel: Der "CEO of the Century", als den ihn Rupert Murdoch unlängst höchstpersönlich adelte,  war nun auch endlich offiziell der CEO des wertvollsten Konzerns des Planeten.

Es scheint fast, als habe Steve Jobs auf diese allerletzte Krönung gewartet, bevor er die Regentschaft abgeben wollte. Wenn die gesundheitlichen Umstände nicht so tragisch wären – es könnte keinen günstigeren Zeitpunkt geben als diesen, auf dem absoluten Zenit.

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