Gaddafi-Truppen halten Journalisten fest

Die Lage in Libyen ist noch immer brandgefährlich: Zwar haben die Rebellen offenbar weite Teile der Hauptstadt Tripolis eingenommen, aus einigen Bereichen werden aber weiterhin Kämpfe gemeldet. So auch rund um das Hotel Rixos, in dem zahlreiche Journalisten untergebracht sind. Nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" halten Truppen des libyschen Diktators Gaddafi dort 35 ausländische Journalisten fest. Gespräche, die die Bewaffneten dazu veranlassen sollten, die Reporter freizulassen, seien gescheitert.

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Journalisten von CNN und BBC teilten am Mittwoch mit, dass sie von den Anhängern Gaddafis daran gehindert würden, das Hotel zu verlassen. Matthew Chance von CNN erklärte zudem, dass es im Rixos nur zeitweise Strom gäbe. In der Nacht würden die Gäste mit Kerzen durch das Hotel laufen und nach Nahrungsmitteln suchen.
BBC-Reporter Matthew Price berichtete von einer großen Nervosität unter den Journalisten. Ein Kameramann des britischen Senders ITN sei durch ein Schnellfeuergewehr der Anhänger Gaddafis bedroht worden. Außerdem gehe man davon aus, dass sich weiterhin Scharfschützen auf dem Dach befinden. Price erklärte, dass sich die Situation in dem Hotel in der Nacht zum Mittwoch „massiv verschärft“ habe.
Aus Angst vor Angriffen auf das Hotel haben die Reporter Banner mit den Schriftzügen "TV" und "Press" angefertigt – diese sollen den Rebellen zeigen, dass sich in dem Hotel Journalisten befinden. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" rief alle beteiligten Seiten dazu auf, den Schutz der Journalisten in dem Hotel zu gewährleisten.
Update 17.45 Uhr: Die Journalisten haben das Rixos-Hotel in Tripolis inzwischen verlassen. Das berichtet der CNN-Reporter Matthew Chance, der sich auch in dem Hotel aufhielt.

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