Internet und Tech-Aktien: Noch kein 2008

Anleger halten den Atem an: Wird dieser August zum schwärzesten einer ganzen Generation? Es sieht momentan ganz danach aus: So heftig haben die Börsen seit 1987 nicht mehr verloren – zumindest in der Bundesrepublik. Auch an der Wall Street regieren die Verkäufer. Keine Frage: Die Märkte sind im Crash-Modus – doch die Verluste fallen noch nicht so erdrutschartig aus wie in 2008. Ein Überblick über die größten Verlierer in der Internet- und Technologiebranche.

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Anleger halten den Atem an: Wird dieser August zum schwärzesten einer ganzen Generation? Es sieht momentan ganz danach aus: So heftig haben die Börsen seit 1987 nicht mehr verloren – zumindest in der Bundesrepublik. Auch an der Wall Street regieren die Verkäufer. Keine Frage: Die Märkte sind im Crash-Modus – doch die Verluste fallen noch nicht so erdrutschartig aus wie in 2008.  Ein Überblick über die größten Verlierer in der Internet- und Technologiebranche.

Es gibt kein Entkommen mehr: Ob man will oder nicht – das Börsenbeben von 2011 verfolgt einen in diesen Tagen  überall auf den Titelseiten und News-Portalen. Es ist wieder Crash, und natürlich wird damit reflexartig der Blick zurück zu jenen Tagen geworfen, als die (Börsen-)Welt zum letzten Mal unterging.

Keine drei Jahre ist es her, als die Investmentbank Lehman Brothers pleite ging und die Weltbörsen in einen einzigartigen Abwärtsstrudel zog, der sich in den kommenden Wochen zur veritablen Weltkrise steigerte. Davon scheint 2011 doch noch etwas entfernt, den immer lauter formulierten Rezessionssorgen dies- und jenseits des Atlantiks zum Trotz.

Ein Blick auf den crashartigen Ausverkauf an den Aktienmärkten erzählt jedoch eine andere Geschichte – zumindest der Dax ist seit Anfang August so schlimm unter die Räder gekommen wie seit 1987 nicht mehr, das Minus summiert sich inzwischen auf mehr als 25 Prozent. Auch an der Wall Street türmen sich die Verluste immer weiter auf: Der Dow hat 12 Prozent, die Technologiebörse Nasdasq 15 Prozent an Wert verloren. Manche Schwergewichte der Technologie- und Internetbranche erwischte es indes noch härter:

eBay:  –18 Prozent

Das weltgrößte Auktionshaus konnte bei Vorlage seiner jüngsten Quartalszahlen gleich mehrfach überzeugen. Doch der August-Crash hat alle Jahresgewinne aufgefressen und in kleines Minus von 2 Prozent seit Januar verwandelt. Schuld daran ist der Kursrutsch von 18 Prozent in den vergangenen drei Wochen.

Google: – 18 Prozent

Der wertvollste Internetkonzern der Welt ist längst kein Börsenstar mehr – 2010 stagnierte die Entwicklung nach dem Rückzug aus China, 2011 wird Aktionären nun der Motorola-Zukauf zum Verhängnis, der allein in der vergangenen Woche mit einem Minus von mehr als 10 Prozent zu Buche schlug. Seit Monatsanfang hat die Google-Aktie ebenfalls mehr 18 Prozent  an Wert eingebüßt – und liegt seit Jahresbeginn damit insgesamt seit 16 Prozent hinten.

Baidu: – 20 Prozent

Die chinesische Antwort auf Google befindet sich weiter auf einem bemerkenswerten Höhenflug. Seit Googles Rückzug aus dem Reich der Mitte haussierte die Google-Aktie um fast 200 Prozent und liegt seit Januar auch schon wieder mehr als 30 Prozent vorne. Da kann man schon mal ein Minus von 20 Prozent seit Anfang verkraften.

Amazon: – 21 Prozent

Ein anderer Überflieger der vergangenen Jahre wurde vom August-Crash ebenfalls ziemlich rasiert: Nach Jahren der extrem großzügigen Multiplen scheinen Anleger nun bei Amazon nervös zu werden. Mit einem Minus von 21 Prozent verliert das zweitwertvollste Internet-Unternehmen der Welt in den vergangenen drei Wochen deutlich mehr als der Vergleichsindex.  
 
HP: – 33 Prozent

All das wird jedoch durch die erdrutschartigen Verluste eines Tech-Pioniers in den Schatten gestellt: Hewlett-Packard, das Ur-Start-up aus der Garage in Palo Alto, verlor seit Monatsbeginn ein Drittel seines Firmenwertes. Die Verluste sind allerdings auch hausgemacht und fielen fast allesamt in der turbulenten vergangenen Woche an, als der Dow Jones-Konzern erst seine Jahresprognose kassierte, dann den Abschied von seiner Computersparte und schließlich die 10 Milliarden Dollar schwere Übernahme vom britischen Softwarehaus Autonomy verkündete – zu viel für völlig verunsicherte Investoren.

Dass die klassische Technologiebranche mitten im 2011er Crash durchaus mehr Sicherheiten bietet als der Internetsektor, beweist die Performance der Schwergewichte: Microsoft verlor mit 13 Prozent weniger als das Nasdaq Composite, während Branchenprimus Apple seit dem 1.8. gar nur 9 Prozent an Wert einbüßte. Am besten durch die neue Börsenkrise kam bislang ausgerechnet ein alter Tech-Pionier, der 2000 für kurze Zeit zum wertvollste Konzern der Welt aufgestiegen war: Cisco verlor in den vergangenen drei Wochen nur 6 Prozent. Zum Vergleich: Im 2008er Crash verloren Schwergewichte wie Apple und Google binnen weniger Wochen fast die Hälfte ihres Börsenwertes. 

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