„Tramp a Benz“: PR-Rat rügt Jung von Matt

Die Entscheidung kommt spät, ist dafür umso heftiger: Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat alle Beteiligten der Kampagne "Tramp a Benz" gerügt, darunter die Agentur Jung von Matt, den Auftraggeber Mercedes-Benz und den Blogger, Fotograf und Künstler Stefan Gbureck. Jung von Matt hatte für die Aktion bei den "Cannes Lions 2011" einen goldenen Löwen gewonnen. Der DRPR fordert die Verantwortlichen des Festivals dazu auf, der Agentur und dem Kunden den goldenen PR-Löwen abzuerkennen.

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Bei der ungewöhnlichen Trampaktion war lange Zeit nicht ersichtlich, dass es sich um PR handelt und wer hinter der Aktion steckte. Jung von Matt als verantwortliche Agentur und Stefan Gbureck als durchführender Blogger sind nun wegen Verstoßes gegen Transparenz und Absenderklarheit der PR-Maßnahme gerügt worden, ebenso Mercedes-Benz, das als verantwortliches Unternehmen bei der Aktion mitwirkte.
Zum Hintergrund: In einer mehrwöchigen PR-Aktion hatte der Blogger Stefan Gbureck zusammen mit Jung von Matt gezielt Markenbotschaften zu dem Agenturkunden Mercedes-Benz platziert und zur Markenbildung des Unternehmens beigetragen. Gbureck reiste per Anhalter und bloggte darüber. Das Ungewöhnliche an der Aktion: Der Künstler wollte sich ausschließlich von Mercedes-Benz-Fahrern mitnehmen lassen.
Auf der Projekt-Website gibt Gbureck an, Fotograf und Performance-Künstler zu sein. Seine Reise durch Europa dokumentierte er mit Bildern und Videos auf seinem Blog http://www.tramp-a-benz.com, Youtube und Facebook. Der Trip endete nach 17 Reisetagen am 17. Dezember 2010 in Barcelona.
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Der DRPR kritisiert, dass dabei weder die verantwortliche Agentur noch das Unternehmen selbst als Absender und finanzieller Unterstützer der Aktion ersichtlich waren. Damit seien nationale wie internationale PR-Richtlinien nicht eingehalten worden. Vielmehr hätte das Blog den Anschein einer ausschließlich persönlich motivierten Aktion des Künstlers und Fotografen vermittelt.
Horizont berichtete am 3. Dezember 2010, dass die Aktions-Webseite auf Jung von Matt registriert sei. Gbureck erklärte damals allerdings weiterhin, der alleinige Urheber zu sein. Erst einige Tage später tauchte auch Jung von Matt im Impressum der Webseite auf.
Die Rüge im Wortlaut: "Der DRPR rügt Jung von Matt als Urheber und für die Umsetzung verantwortliche Agentur für ihre verdeckte PR-Maßnahme durch die intransparente Aktion ‚Tramp a Benz‘ im Internet. Der DRPR rügt Mercedes-Benz als Auftraggeber und verantwortliches Unternehmen, das von der PR-Maßnahme gewusst und diese finanziell unterstützt hat. Ferner wird eine Rüge gegen Stefan Gbureck ausgesprochen, der auf dem Blog ‚Tramp a Benz‘ den Anschein erweckt hat, eine persönlich motivierte Aktion durchzuführen, obwohl er in der Vorbereitung und bei der Durchführung durchweg von Jung von Matt unterstützt wurde."

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