MDR-Chef Reiter äußert sich zur Affäre Foht

Dem Spiegel ist es gelungen, MDR-Intendant Udo Reiter aus der Deckung zu locken. Seitdem die Affäre um den suspendierten Unterhaltungschef Udo Foht die Medienseiten füllt, hielt sich der Sender-Chef auffallend zurück. In einer Stellungnahme reagiert er nun auf die Behauptung, dass im MDR "kaum eine Instanz intakt" sei. Für Reiter ist dies der Versuch, "die aktuellen Probleme des MDR zu instrumentalisieren, um den Sender und seine Organe im Vorfeld der Intendantenwahl unter Druck zu setzen".

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Auslöser für die Reaktion des scheidenden Intendanten war die Aussage des Chefs der sächsischen Staatskanzlei Johannes Beermann. Im Spiegel hatte der CDU-Politiker gesagt: "Ich mache mir Sorgen um den Sender. Kaum eine Instanz in diesem Sender ist intakt."

Neben der Kritik an Beermann nimmt Reiter auch Stellung zu den Vorwürfen gegen seinen Unterhaltungschef. Der Intendant erklärt, dass dem MDR "nach bisherigem Erkenntnisstand" durch die Geschäfte von Herrn Foht keinerlei finanzieller Schaden entstanden sei. "Gleichwohl hat der Unterhaltungschef grob gegen MDR-Regularien verstoßen. Ich habe ihn deshalb unverzüglich vom Dienst suspendiert und den Vorfall der Staatsanwaltschaft übergeben."

Foht soll sich immer wieder von verschiedenen Personen sehr hohe Geldbeträge geliehen haben. Wofür er das Geld brauchte und wie viel er wem bislang zurückgezahlt hat, ist noch völlig unklar.

Als gesichert gilt mittlerweile jedoch, dass der Intendant bereits 2009 von den "Fohtschen Praktiken" wusste. Der Senderchef bestätigt, dass sich damals ein Produzent an ihn gewendet habe, weil er ihm 10.000 Euro schulde. "Ich habe diesen Vorgang an den Fernsehdirektor weitergegeben und erhielt von ihm Mitte Oktober die Mitteilung, dass die Sache erledigt sei. Daraufhin habe ich keine weiteren Nachforschungen angestellt."

Generell sieht sich Reiter jedoch als Opfer einer Kampagne. So heißt es in seiner Stellungnahme: "Dass nun interessierte Kreise diese Dinge dazu benutzen, den MDR und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt anzugreifen, war zu erwarten. Dabei wird gezielt ignoriert, dass im MDR Tausende von engagierten Mitarbeitern gute Arbeit leisten."

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