Karriere-Aus: Wenn Facebook zur Falle wird

Wie schon vor zwei Monaten in den USA stolpert auch in Deutschland ein Spitzenpolitiker übers Online-Flirten und die Folgen. Während der US-Abgeordnete Anthony Weiner anzügliche Bilder via Twitter verschickte, wird Schleswig-Holsteins CDU-Spitzenkandidat Christian von Boetticher seine Affäre mit einer 16-Jährigen zum Verhängnis – er hatte sie bei Facebook kennengelernt. Am Sonntag trat der 40-Jährige zurück, und löschte zugleich seine Facebook-Seite: Rücktritt 2.0.

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Ausgebeulte Boxershorts, wie im Falle von US-Politiker Anthony Weiner, waren es diesmal nicht – es war schlicht eine "ungewöhnliche Liebe", die Christian von Boetticher zum größten Schaden seiner politischen Karriere anstiftete: Der Vorsitzende der schleswig-holsteinischen CDU hatte eine Beziehung zu einer Minderjährigen.

"Ja, es ist wahr, ich hatte mich im Frühjahr 2010 in eine junge Frau verliebt und bin mit ihr mehrere Monate zusammen gewesen", bekannte der Spitzenkandidat der CDU in Schleswig-Holstein gestern. Vor dem Gesetz tritt von Boetticher damit in keinen Konflikt – moralisch wiegt eine Liason zu der damals 16-Jährigen für einen angehenden Landesvater jedoch als enorme Hypothek, die gestern zu schwer wurde – es folgte der Rücktritt unter Tränen.

"Eine ungewöhnliche Liebe" beginnt auf Facebook

Welche Rolle die Art des Kennenlernes dabei eine Rolle spielte, liegt im Ermessen des Betrachters. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hatte der CDU-Politiker seine  junge Freundin nicht im Alltag, sondern im Internet kennen gelernt – bei Facebook.

Das sei Anfang 2010 der Fall gewesen, berichtet das Springer-Blatt: "Der damals 39-Jährige tauschte mit der 16-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen zunächst Mails aus. Man war sich sympathisch, man kam sich näher und verabredete ein erstes persönliches Treffen. Der Begegnung im März 2010 folgten weitere Verabredungen, bei ihr und bei ihm daheim in Pinneberg."

Rücktritt 2.0: Facebook-Fanpage abgeschaltet

Danach wurde daraus "eine tief empfundene Liebe", berichtet die Bild-Zeitung. Als von Boetticher vom bisherigen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen die Spitzenkandidatur für 2012 angetragen bekommt, weiß er: Die Beziehung wird in der Öffentlichkeit zum Problem – also beendete er sie.  Ein Jahr später wurde sie indes in CDU-Kreisen trotzdem publik.

Zuvor hatte von Boetticher einige Parteifreunden bereits durch seine eigentümliche Präsentation auf Facebook irritiert. "Christian von Boetticher Polo on the beach", lautete eine Statusmeldung. "Christian von Boetticher präsentiert heute einen Fuligni Brunello di Montalcino 2004 mit 95 Punkten von Parker" ein anderes Poser-Update. Auch damit war es gestern vorbei: Christian von Boettichers Fanpage, die am Sonntagmorgen noch rund 800 Fans gezählt hatte, war am Abend auf Facebook nicht mehr zu finden – ein echter Rücktritt 2.0 also.

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