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Warum Verena K. den GZSZ-Heldentod starb

GZSZ-Fans erlebten diese Woche einen dramatischen Moment: Susan Sideropoulos’ Figur Verena Koch kehrt der Serie auf ewig den Rücken, indem sie bei einem Autounfall ums Leben kommt. Die Produktionsfirma Grundy UFA wählte laut Geschäftsführer Rainer Wemcken diese drastische Methode, da Susan Sideropoulos’ große Fangemeinde einen "ehrlichen Schnitt" verdient hätte. Die Schauspielerin scheint sich ihrer Sache sehr sicher zu sein, denn eine Rückkehr in die Serie ist jetzt ausgeschlossen.

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„Verena, Verena, kannst du mich hören?“ Gerade noch hat Verena (Susan Sideropoulos) mit ihrem Liebsten Leon (Daniel Fehlow) telefoniert, jetzt liegt sie am Boden. Philip (Jörn Schlönvoigt), der sie versehentlich überfahren hat, versucht, sie zu reanimieren. Leider erfolglos.

Bei einer Soap, die wie GZSZ schon fast seit 20 Jahren erfolgreich läuft, bleibt es nicht aus, dass ständig neue Figuren auf- und irgendwann wieder abtreten. Die Einführung einer neuen Figur ist vergleichsweise einfach, nur: Wie wird man sie wieder los, wenn die oder der Schauspieler(in) bei den Zuschauern nicht ankommt, es Ärger mit der Produktion gibt oder er oder sie einfach mal Lust auf andere Projekte hat?

Um sich einer Figur also erfolgreich zu entledigen, gibt es die sanften und die unsanften Methoden: Zu ersteren gehört: Wegzug in eine andere Stadt (wie letztens Iris Cöster (Kristin Meyer)) oder ein anderes Land (wie die „Dinosaurier“ der Serie Elisabeth Meinhart-Richter (Lisa Rieken) und Clemens Richter (Frank-Thomas Mende) oder Lucy Köster (Sarah Tkotsch)), ein Gefängnisaufenthalt (wie bei Lenny Köster (Alexander Becht) oder Patrick Graf (Björn Harras)). Der Vorteil hierbei ist, die Handlungsstränge können meist wie gewohnt weiterlaufen, und die Produktion kann die Figur jederzeit wieder neu aufleben lassen oder für einen Gastauftritt buchen. Leon Moreno alias Daniel Fehlow ist hierfür ein gutes Beispiel: Er wollte die Serie verlassen, um sich auf seine Musik zu konzentrieren, musste dieses Vorhaben aber mangels Erfolgs an den Nagel hängen. Doch was für ein Glück für Produktionsfirma  Grundy UFA, Daniel und Fans: Seine Figur musste bei seinem Abgang nicht sterben, so dass er wiederkommen konnte.

Nun zu den unsanften Methoden: Letztens erlebten sie Senta Lembke (Hanne Wohlharn) und Hannes Bachmann (Klaus-Dieter Klebsch), die 2007 bei einem Flugunglück ums Leben kamen. Ihr Leben bei GZSZ ist damit unwiderruflich ausgelöscht. Doch Soapland Deutschland sei Dank hat zum Beispiel Klaus-Dieter Klebsch bei „Anna und die Liebe“ später eine neue Heimat gefunden. Fest steht, Varianten wie in den USA, wo Tote wie im Falle Bobby Ewing aus „Dallas“ von den Toten auferstehen, wird es in Deutschland nicht geben. Er wurde damals  von einem Auto überfahren.
Doch die Produktion hatte die Reaktion der Zuschauer falsch eingeschätzt: Bobby Ewing fehlte den Fans, so dass man ihn aus der Versenkung zurückholte, indem man alles nur einen Traum seiner Ehefrau Pam sein ließ. Auch ein schönes Beispiel aus der US-Soap „Reich & Schön“ ist die Wiederauferstehung der Dr. Taylor Haze. Später stellte sich heraus, nicht sie, sondern eine andere Frau wurde begraben, und Taylor musste – aus welchen obskuren Gründen auch immer – eine Weile inkognito leben.

Warum Susan Sideropoulos der Serie (offiziell) den Rücken kehren will, ist klar: Seit zehn Jahren ist sie nun dabei und will mal was Neues probieren. Außerdem erwartet sie gerade ihr zweites Kind und will ihre Aufgabe als Mama wahrnehmen. So weit, so nachvollziehbar. Nur, warum muss sie unbedingt sterben, was eine Rückkehr komplett unmöglich macht? Hätte sie nicht mit Leon und Oskar nach London auswandern können? Vielleicht kann uns da Rainer Wemcken, Geschäftsführer der GZSZ-Produktionsfirma Grundy UFA, weiterhelfen.

MEEDIA: Lieber Rainer Wemcken, in Folge 4801 erleidet Verena Koch einen Unfall, aus dem sie nicht mehr erwacht. Warum musste die Figur Verena Koch sterben, und wessen Idee war das? Hätte Verena Koch nicht auch einfach nur Berlin verlassen können? Gab es Unstimmigkeiten zwischen Frau Sideropoulos und der Produktion?

Rainer Wemcken: Der Ausstieg von Susan Sideropoulus aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“  erfolgte in absolutem Einvernehmen mit der Produktion. Susan erwartet gerade ihr zweites Kind und möchte sich auf sich und ihre Familie konzentrieren. Klar bedauere ich ihren Ausstieg nach zehn Jahren guter Zusammenarbeit sehr. Ihren Entschluss akzeptiere ich und wünsche ihr und ihrer Familie alles Gute.

MEEDIA: Sie nehmen in Kauf, dass Verena Koch auf Ewigkeiten in Frieden ruhen wird, dass Oskar als Halbweise aufwächst und Leon Moreno Witwer wird. Und was viel schlimmer ist, Verena ist beliebt, wochenlang werden Tränen fließen, wird es kein anderes Thema geben, kommt die gesamte Handlung zum Erliegen. Sind Sie es nicht leid, diese Trauerei ein ums andere Mal zu inszenieren?

Rainer Wemcken:
Unsere Daily Dramas haben den Anspruch, den Zuschauer gut zu unterhalten. Dazu gehören die vermeintlich negativen Seiten Trauer und Leid ebenso wie Hoffnung, Spaß und Liebe. Wir sind unter anderem so erfolgreich in unserem Genre, da wir wissen, dass unsere Zuschauer auch mit Ihren Idolen leiden wollen.

MEEDIA: Warum ist Verena Koch nicht mitsamt ihrer Kleinfamilie ausgewandert, nach London, zu dem Hersteller der beliebten Schuhe oder nach Italien, in die USA – die Welt ist so groß. Irgendwo hätte sich ein schönes Plätzchen für die drei finden lassen können.

Rainer Wemcken: Susan war als Verena Koch sehr beliebt und erfolgreich. Ihre große Fangemeinde verdient einen ehrlichen Schnitt. Sicher, wir haben schon erfolgreich den Ausstieg eines Schauspielers in Form einer Auswanderung inszeniert. Bei einer Rolle wie Verena Koch waren wir uns jedoch alle einig: Sie hat einen großen und emotionalen Ausstieg verdient. Ihre Fans bekommen dadurch die Möglichkeit, sie gebührend zu verabschieden.

So die Auskunft der Produktionsfirma.

Übrigens waren es mit Verena Koch 17 Prozent der ausgeschiedenen Darsteller, die bei GZSZ den Serientod sterben mussten (zum Vergleich: Bei „Unter uns“ liegt der Wert bei 18 Prozent). Fest steht, Grundy UFA kann sich über die Einfallslosigkeit seiner Mitarbeiter nicht beschweren: Als 1993 mehrere Verträge mit Darstellern gleichzeitig ausliefen, erfanden Storyliner den „Strumpfhosenmörder“, der es schaffte, fünf Charaktere – sich selbst eingeschlossen – in Kürze zu eliminieren und damit das Problem zu lösen.

Susan Sideropolous dürfte GZSZ (erst einmal?) nicht vermissen. Nach der Babypause im Oktober stehen Projekte im Bereich Film, Moderation und Comedy-Serie an. Notfalls kann sie ihrem Filmgatten Leon Moreno (Daniel Fehlow) ja – wie in der gestrigen Folge bereits geschehen – im Traum erscheinen. Auch da lohnt ein Blick zur Konkurrenz: Nach seinem Tod bei „Anna und die Liebe“ geisterte Jonas Broder (Roy Peter Link) noch eine Weile als Untoter durch die Serie.

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