Sportfotos: taz pixelt Werbung weg

Ein Radikal-Test, der garantiert für viel Diskussionen sorgen wird: In den nächsten zwei Wochen will die taz jegliche Werbung auf Sportfotos verpixeln. Ob nun die Werbebanden in Fußballstadien, die Schriftzüge auf der Brust von Kickern und Basketballern oder die mit Logos beklebten Gewehre von Biathleten. Die Berliner halten viele Athleten mittlerweile für "wandelnde Litfasssäulen", und die Sportpresse mache sich mit dem Abdruck der Bilder "zum Erfüllungsgehilfen der Vereine und Sponsoren".

Anzeige

Bei aller Kritik outet sich die Tageszeitung mit der populistisch konsumkritischen Aktion auch als hemmungslose Sport-Romantikerin. Für die taz ist Werbung im Sport "nicht nur eine ästhetische Zumutung, es stört generell den Sportkonsum". Denn, wer findet es nicht "nervtötend", heißt es im Hausblog, "wenn bei Fußballländerspielen die Bandenwerbung derart flimmert, dass einem schon mal das schöne Dribbling von Mario Götze entgehen kann".

Nach Meinung der alternativen Tageszeitung bezieht sich im modernen Fußball "wirklich alles" auf dessen kommerzielle "Verwertbarkeit".

Nachdem sich einige Medien u. a. auch die taz schon länger weigerten, die Sponsoren in den Stadiennamen wie der "Imtech-Arena" in Hamburg oder der "Allianz-Arena" in München zu nennen, gehen die Berliner jetzt noch einen Schritt weiter und greifen bei allen Sport-Fotos zur Pixel-Software.

In den zwei Wochen, in denen der Test läuft wollen die Redakteure zeigen, wie "allgegenwärtig und aufsässig die Werbung im Sport ist." Während der Testzeit sollen überwiegend Bilder gezeigt werden, die möglichst viel Sport und möglichst wenig Werbung beinhalten.

Auch wenn es ein Kampf gegen "Windmühlen" sei, will die taz demonstrieren, dass es auch anders geht. "Letztlich ist es doch so: Nur wer dem Sirenengesang der Werbung widersteht, ist ein mündiger Bürger. Oder anders gesagt: Nur wer sich den wachen Blick für die Allgegenwart der Sportwerbung erhält, ist ein mündiger Sportkonsument."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige