Murdoch attackiert FTD und Handelsblatt

Paukenschlag aus dem Hause Murdoch: Wie der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, plant das US-amerikanische Wall Street Journal eine deutsche Online-Ausgabe. Diese wäre ein Frontalangriff auf die Web-Ausgaben der Financial Times Deutschland und Handelsblatt.com. Das Business-Portal soll den gesamten deutschen Sprachraum bedienen und zwischen Ende November und Anfang Dezember starten. Ob auch eine Print-Ausgabe der Wirtschaftszeitung geplant ist, ist noch unklar.

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Paukenschlag aus dem Hause Murdoch: Wie der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, plant das US-amerikanische Wall Street Journal eine deutsche Online-Ausgabe. Diese wäre ein Frontalangriff auf die Web-Ausgaben der Financial Times Deutschland und Handelsblatt.com. Das Business-Portal soll den gesamten deutschen Sprachraum bedienen und zwischen Ende November und Anfang Dezember starten. Ob auch eine Print-Ausgabe der Wirtschaftszeitung geplant ist, ist noch unklar.

Verantwortlich für das Projekt ist die Wall Street Journal-Mutter Dow Jones. Laut Tagesanzeiger soll der Redaktionssitz in Berlin sein und die Startkosten bei mehr als 15 Millionen Euro liegen. Die Schweizer zitieren einen leitenden WSJ-Redakteur mit den Worten: "Das ist der größte Projektposten von Dow Jones in diesem Jahr."

WSJ.com: Kommt das Business-Portal bald auch nach Deutschland?

Das neue Angebot will sich offenbar überwiegend aus den Inhalten des hauseigenen Dow-Jones-Newsdesk bedienen. Das würde die Agenturkosten erheblich senken und einen Betrieb mit nur rund 40 Mitarbeitern ermöglichen. Thematisch wäre das Business-Portal dann allerdings eher auf US- und lateinamerikanische Themen gepolt.

Wie das Geschäftsmodell des neuen FTD- und Handelsblatt-Rivalen aussieht, ist noch unklar. In den USA arbeitet WSJ.com schon profitabel mit einem funktionierenden Paid-Content-Model – ein Zustand, von dem das deutsche Web noch weit entfernt scheint. FTD.de startet gerade eine eigene Bezahl-Initiative. Wie erfolgreich das Paid-Angebot der Hamburger ist, lässt sich zur Zeit aber noch nicht abschätzen.

Trotz einzelnen Paid-Content-Angeboten wie die des Hamburger Abendblattes, gelten Bezahlschranken in Deutschland noch immer als wenig erfolgsversprechend. Laut Tagesanzeiger denken die US-Amerikaner darüber nach, ihren Dienst erst einmal kostenlos zu offerieren und dann langsam umzustellen.

Der Start einer deutschen Version des Wall Street Journals wäre der erste ernsthafte Versuch von Murdoch im deutschen Nachrichten-Web Fuß zu fassen. Mit dem Bezahlsender Sky ist der Australier bereits auf den hiesigen Medienmarkt vertreten. Allerdings scheiterten in Deutschland bislang alle weiteren Versuche von Murdoch, so wie beispielsweise die Tageszeitung Super, die er zusammen mit Burda kurz nach der Wende platzierte und wieder einstellte.

Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter soll bereits auf Hochtouren laufen. Ein Chefredakteur scheint aber noch nicht gefunden.

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