WDR verschlimmbessert seinen Web-Auftritt

Das wird den Verlegerverbänden wenig gefallen: Der Westdeutsche Rundfunk hat seinen Webauftritt mit dem Ergebnis überarbeitet, dass zumindest die Startseite mit ihrem großen Aufmacher nun noch stärker an ein klassisches Nachrichten-Portal erinnert. Visuell scheint sich der Sender im Netz klar auf die Generation 50+ zu konzentrieren. Denn die Seite hat einen extrem hohen Weiß-Anteil, um die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit zu erhöhen.

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 Dies geht allerdings ganz klar auf Kosten eines überzeugenden und schönen Layouts. Das offizielle Ziel des Umbaus war es, die Nutzung "künftig noch etwas einfacher, angenehmer und interessanter" zu machen.

Die neue Homepage von WDR.de

Die wichtigste Neuerung des renovierten Web-Auftrittes ist allerdings nicht zu sehen. Die Kölner haben nämlich nach rund zehn Jahren ihr Redaktionssystem erneuert. Das alte System war für die neuen gesetzlichen Anforderungen nur unzureichend ausgestattet. "Der WDR ist seit 2010 nach dem Rundfunkstaatsvertrag verpflichtet, Beiträge, Audios, Videos und Fotos nach einer bestimmten Zeit aus dem Netz zu nehmen", erklärt der Sender. "Diese sogenannte ‚Verweildauer‘ wurde an vielen Stellen noch von Hand durch Löschen kontrolliert." Das neue Redaktionssystem soll nun diese Aufgabe weitestgehend automatisch erledigen.

Die Webseite des WDR hat bereits heute genauso viele Unique User wie RP-Online, das reichweitenstärkste Nachrichten-Portal in NRW. Laut Google-Ad-Planer erreicht WDR.de im Juni rund 1,6 Millionen Unique User. RP-Online kam auf eine identische Zahl. Zum Vergleich: NDR.de kam dagegen nur auf 1,3 Millionen Unique User.

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