MDR: Udo Foht weist Vorwürfe zurück

Der suspendierte MDR-Unterhaltungschef Udo Foht hat über einen Vertrauten übermitteln lassen, dass er nie einen Euro aus den von ihm beschafften Krediten für sich selbst benutzt habe. Das berichtet der Focus. Gegen Foht ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs. Gegenüber seinem Sender nahm er bislang keine Stellung. Der MDR wirft ihm vor, Briefbögen des Unternehmens für private Kreditgeschäfte benutzt und ein undurchsichtiges Finanzgeflecht errichtet zu haben.

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Über den Fall Foht berichtet auch der Spiegel in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Darin heißt es, dass die Schweizer Musik- und TV-Produktionsfirma Gillming & Co. gegen den öffentlich-rechtlichen Sender aus Leipzig Anspruch auf Schadensersatz stelle. Es gehe um rund eine Million Euro für die Talkshow „Generationen-Dialog“, die Foht bei Gillming in Auftrag gegeben haben soll. Allerdings wurde die Sendung nie produziert, weil der suspendierte Unterhaltungschef die Aufzeichnungen mehrfach kurzfristig abgesagt haben soll.
Der Mitteldeutsche Rundfunk hatte seinen Unterhaltungschef Ende Juli suspendiert. Grund war laut einer Mitteilung des Senders ein festgestellter Amtsmissbrauch durch Foht. Er habe offizielles Geschäftspapier des Senders für private Zwecke genutzt und damit “Dritte zu Zahlungen veranlasst”. Der Amtsmissbrauch durch sei im Rahmen einer “Überprüfung der internen Strukturen” festgestellt worden, teilte der MDR mit. Ob sich Foht mit der privaten Nutzung des MDR-Briefpapiers einen persönlichen Vorteil verschafft hat, sei noch unklar.
Erst kurz vor dem Fall Foht war der öffentlich-rechtliche Sender aus Leipzig wegen des Kika-Skandals in der Kritik. Ein Mitarbeiter hatte über Jahre Scheingeschäfte getätigt und den Sender um über acht Millionen Euro betrogen. Zwischenzeitlich gab es Vorwürfe, dass die Kontrollen im Sender versagt hätten und noch weitere Mitarbeiter in den Skandal verstrickt seien.

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