1&1-Gründer attackiert Facebook und Co.

Der Gründer und Vorstandschef der United Internet AG, Ralph Dommermuth, attackiert Online-Riesen wie Google, Facebook oder Apple scharf. Deren "Datenhunger ist unstillbar. Als Quasi-Monopolist in ihren jeweiligen Terrains können sie zudem oft die Bedingungen diktieren", sagte der 47-Jährige dem Spiegel. "Manche unserer internationalen Wettbewerber geben Nutzerdaten ungefragt weiter oder scannen Mails für Werbezwecke. Sie speichern IP-Adressen und kooperieren mit Ermittlungsbehörden wie dem FBI.“

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Viele Deutsche gingen mit ihrem Auto weit vorsichtiger um als mit ihren Daten. "Das würden sie kaum einer indischen Hinterhofklitsche anvertrauen. Aber genau dort werden mitunter ihre Daten verarbeitet. Und versuchen Sie mal, eine deutsche Hotline von Facebook zu kontaktieren … ich kenne keine." Datenschutz und -sicherheit sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland erlebt Dommermuth durchaus als "Standortvorteil". Deshalb hat er jüngst eine Initiative gestartet für seine eigenen Konzernmarken wie GMX oder web.de unter dem Titel "Internet made in Germany".
„Was Datenschutz und -sicherheit sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen angeht, ist die  Bundesrepublik vielen Ländern wie etwa den USA voraus. Das ist sozusagen mal ein Standortvorteil. Das wollen wir mit unserer Aktion herausstellen“, sagte Dommermuth zum Spiegel. Aufgrund der gestiegenen Zahl an Hacker-Angriffen könne aber auch er keine hundertprozentige Sicherheit für Nutzerdaten geben. „Bei aller Vorsorge gibt es immer ein Restrisiko – und sei es noch so klein.“
Für das Online-Geschäft im Allgemeinen stellte der United-Internet-Gründer noch einmal heraus, dass es extrem schnelllebig ist. „Vor zehn Jahren hätten wir nicht über Facebook gesprochen, weil es das Unternehmen noch gar nicht gab. Stattdessen hätten wir über die Macht von Yahoo diskutiert oder über Lycos oder AOL, das damals gerade den Medienkonzern Time Warner geschluckt hatte.“ Zwischen den Zeilen liest sich das so, dass er auch Netz-Riesen wie Facebook für fehlbar hält.

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