P7S1 zieht positive Halbjahresbilanz

Gute sechs Monate: ProSiebenSat.1 hat am Donnerstag seine Quartalszahlen vorgelegt. Demnach konnte die Mediengruppe ihren Umsatz aus fortgeführtem Geschäft, das heißt ohne die veräußerten belgischen und niederländischen Gesellschaften, im zweiten Quartal 2011 um 6,5 Prozent auf 692,2 Millionen Euro steigern. Für die Halbjahresbilanz bedeutet dies ein Umsatzplus von 5 Prozent auf insgesamt 1,288 Milliarden Euro. Auch bei den Zuschauermarktanteilen konnte die Mediengruppe wieder zulegen.

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In Deutschland erzielten die zur Mediengruppe gehörenden Sender Sat.1, ProSieben, kabel eins und sixx mit 29,2 Prozent den stärksten Gruppenmarktanteil in einem zweiten Quartal seit zwei Jahren. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Plus von 1,0 Prozentpunkten. Im Vorjahr waren es noch 28.2 Prozent gewesen, ohne die Listung von sixx.
Zu dem guten Marktanteil trugen Formate wie "Germany’s next Topmodel" oder "Danni Lowinski" und "Der letzte Bulle" bei. Auch auf International entwickelten sich die Sender im zweiten Quartal ebenfalls positiv. So erzielten beispielsweise in Norwegen TV Norge, FEM, MAX und The Voice im zweiten Quartal ein Plus von 3,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichsquartal und erreichten mit einem gemeinsamen Zuschauermarktanteil von 17,7 Prozent den höchsten Wert in ihrer Geschichte.
Bezüglich der Umsatzzahlen ist die ProSiebenSat.1 Group weiter auf Wachstumskurs. Das recurring EBITDA verzeichnete mit einem Plus von 6,8 Prozent auf 238,7 Mio Euro ebenfalls eine deutliche Steigerung. Einschließlich der nicht-fortgeführten Aktivitäten, also des Geschäfts in Belgien und den Niederlanden, erhöhte der Konzern den Umsatz im zweiten Quartal 2011 um 5,0 Prozent auf 799,6 Mio. Euro und sein bereinigtes EBITDA um 3,1 Prozent auf 272,0 Mio Euro. Umsatzwachstum und Erlöse aus dem Verkauf der belgischen Aktivitäten führten zu einem deutlichen Anstieg des bereinigten Periodenüberschusses von 63,4 Prozent auf 142,5 Mio Euro.
"Wir haben eine gute Position im TV-Werbegeschäft und bauen die Bereiche, die unmittelbar an das klassische werbefinanzierte Fernsehen angrenzen, weiter aus". kündigte Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, an. "So konnten wir unser Wachstum beschleunigen. ProSiebenSat.1 ist auf dem Weg zu einem neuen Rekordjahr."
Getragen wurde das Umsatzwachstum im zweiten Quartal 2011 von allen drei Segmenten. Im größten Umsatzsegment, Free-TV im deutschsprachigen Raum, erhöhten sich die Erlöse um 3,7 Prozent auf 477,2 Mio Euro (Vorjahr: 460,3 Mio Euro). Sowohl im Kernmarkt Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz stiegen die Einnahmen aus der Vermarktung von TV-Werbung gegenüber dem Vorjahresquartal.
Den größten Wachstumsbeitrag leisteten die Sender in Nordeuropa. Die ProSiebenSat.1 Group konnte hier ihre TV-Werbeeinnahmen in allen Ländern steigern, wobei vor allem in Norwegen und Dänemark die Werbeeinnahmen deutlich zulegten. Höhere Distributionserlöse trieben zudem erneut das Umsatzwachstum im internationalen TV-Segment. Auf Basis fortgeführter Aktivitäten stieg der Segmentumsatz um 16,1 Prozent auf 126,6 Millionen Euro (Vorjahr: 109,0 Millionen Euro).
Im Segment Diversifikation erhöhten sich die Erlöse auf Basis fortgeführter Aktivitäten auf 88,4 Millionen Euro (Vorjahr: 80,7 Millionen Euro). Dies entspricht einer Steigerung um 9,5 Prozent. Umsatztreiber waren hier neben Radio beispielsweise auch junge Geschäftsmodelle wie Video-Advertising, Games oder Mobile. Zudem wirkte sich die Vollkonsolidierung des Video-on-Demand-Portals maxdome positiv auf die Umsatzperformance aus. Die Erlöse von 9Live lagen hingegen unter Vorjahr. Aufgrund des Umsatzrückgangs der vergangenen Jahre wird der Sendebetrieb, wie angekündigt, am 9. August 2011 vollständig einstellen.
Angesichts des hohen Umsatzwachstums konnte die ProSiebenSat.1 Group das Ergebnis trotz höherer Kosten deutlich steigern. Das recurring EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 6,8 Prozent auf 238,7 Millionen Euro (Vorjahr 223,5 Millionen Euro). Hierzu haben alle Geschäftssegmente beigetragen. Die operative Marge spiegelt mit 34,5 Prozent die unverändert hohe Profitabilität der ProSiebenSat.1 Group wider (Vorjahr: 34,4%).
Aus fortgeführter Tätigkeit erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Group im zweiten Quartal 2011 ein Netto-Ergebnis von 84,8 Millionen Euro – eine Steigerung um 58,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (Vorjahr: 53,5 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern aus nicht-fortgeführten Aktivitäten stieg um 82,9 Prozent auf 47,2 Millionen Euro (Vorjahr: 25,8 Millionen Euro). Ursache hierfür sind Effekte aus der Veräußerung der Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden. So ist insbesondere der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der belgischen Tochterunternehmen in dieser Position enthalten (20,9 Millionen Euro).
Insgesamt steigerte die Mediengruppe das Periodenergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter damit auf 129,0 Millionen Euro. Das entspricht einer deutlichen Erhöhung um 67,5 Prozent bzw. 52,0 Millionen Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss zeigte ein Wachstum um 63,4 Prozent auf 142,5 Millionen Euro (Vorjahr: 87,2 Millionen Euro.
Auch für das recurring EBITDA übertraf das Wachstum aus fortgeführten Aktivitäten die Ergebnissteigerung der Gruppe im ersten Halbjahr inklusive der verkauften Gesellschaften in Belgien und den Niederlanden: So verzeichnete das recurring EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten ein Wachstum um 7,8 Prozent auf 368,7 Mio Euro (Vorjahr: 342,1 Mio Euro), während der Wert einschließlich der Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden um 5,7 Prozent auf 414,6 Mio Euro stieg (Vorjahr: 392,4 Mio Euro).
Die ProSiebenSat.1 Group hat in den vergangenen Monaten ihre Netto-Finanzverschuldung deutlich reduziert. Zum 30. Juni 2011 sanken die Netto-Finanzverbindlichkeiten um 5,9 Prozent auf 2,842 Milliarden Euro (31. Dezember 2010: 3,021 Milliarden Euro). Auch den sogenannten Verschuldungsgrad, berechnet als das Verhältnis von Netto-Finanzverschuldung zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate, hat das Unternehmen erneut verbessert: Der Wert sank auf 3,1.
Zum Ende des ersten Halbjahres 2010 hatte der Verschuldungsrad noch 4,1 betragen. Die genannten Werte reflektieren die Verkaufserlöse aus der Transaktion in den Niederlanden noch nicht.
Wie am Mittwoch verkündet, will die Mediengruppe im Rahmen eines proaktiven Bilanzmanagements die Erlöse aus dem Verkauf des Auslandsportfolios in Belgien und den Niederlanden nutzen, um noch in diesem Monat 1,2 Milliarden Euro ihrer Darlehen vorzeitig zurückzuführen. Gleichzeitig hat die Gruppe mit ihren Kreditgebern eine Laufzeitverlängerung für rund 2,1 Milliarden Euro und damit des Großteils des verbleibenden Darlehenbetrags von 2,4 Milliarden Euro bis 2016 vereinbart. Unter Berücksichtigung der Erlöse aus dem Verkauf der niederländischen Gesellschaften hätte sich die Netto-Finanzverschuldung zum Ende des ersten Halbjahrs 2011 damit auf rund 1,8 Milliarden Euro reduziert. ProSiebenSat.1 hat erst kürzlich bekannt gegeben, einen Verschuldungsgrad zwischen 1,5 und 2,5 anzustreben. Das Unternehmen geht davon aus, bereits zum Jahresende einen Wert innerhalb des Zielkorridors zu erreichen.
Die ProSiebenSat.1 Group bekräftigt auf Grundlage der guten Geschäftsentwicklung in allen Segmenten ihren positiven Jahresausblick. Das Unternehmen rechnet auf Jahressicht mit einem Wachstum des Konzernumsatzes aus fortgeführten Aktivitäten im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dazu werden alle Segmente beitragen: Für das deutschsprachige TV-Segment erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum im mindestens niedrigen einstelligen Prozentbereich. In den Segmenten Free-TV International und Diversifikation geht ProSiebenSat.1 davon aus, das dynamische Umsatzwachstum fortsetzen zu können. Dies wird auch auf Jahressicht zu einer signifikanten Zunahme des Netto-Ergebnisses führen. In Bezug auf das recurring EBITDA aus fortgeführter Tätigkeit wird die ProSiebenSat.1 Group ebenfalls ihren Wachstumskurs fortsetzen und erwartet einen neuen Höchstwert.

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