USK stellt erstmals ihre Prüfungsleitlinien vor

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat erstmals das Geheimnis ihrer Leitlinien zur Prüfung von Computer- und Videospielen gelüftet. Darin erklären die Jugendschützer, welche Kriterien bei der Altersfreigabe relevant sind. Ganz oben auf der Liste stehen Sex und Gewalt. "Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, vor sie beeinträchtigenden medialen Inhalten und Darstellungen geschützt zu werden", schreibt […]

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Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat erstmals das Geheimnis ihrer Leitlinien zur Prüfung von Computer- und Videospielen gelüftet. Darin erklären die Jugendschützer, welche Kriterien bei der Altersfreigabe relevant sind. Ganz oben auf der Liste stehen Sex und Gewalt.
"Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, vor sie beeinträchtigenden medialen Inhalten und Darstellungen geschützt zu werden", schreibt die USK in ihren Leitkriterien. Ihr "Ziel ist die möglichst ungestörte Entwicklungsmöglichkeit zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit im Sinne des gesetzlichen Jugendmedienschutzes" zu gewährleisten.
Im Hinblick auf Gewaltszenen sind laut der USK sowohl "die visuelle als auch die akustische Umsetzung einer Spielidee wesentliche Aspekte in Bezug auf eine Bewertung von Spielangeboten unter Jugendschutzaspekten". Hierbei spiele vor allem die Realitätsnähe der Darstellung eine entscheidende Rolle.
Realistisch könne das gesamte Setting sein, wenn sich die Spielegrafik an die Realität anlehnt oder versucht, diese nachzubilden. Das sei von gänzlich abstrakten oder fantastischen Settings eher nicht zu erwarten. "Ein realistisch anmutendes Setting kann gleichzeitig eine gewisse Jugendaffinität aufweisen, welche bei der Bewertung berücksichtigt werden muss: vor allem Darstellungen von Gewalthandlungen, -einwirkungen und -folgen sind ebenfalls dann kritischer zu beurteilen, wenn sie aufgrund ihrer konkreten Ausgestaltung als glaubwürdig, detailliert und/oder realitätsnah vermittelt werden."
Dazu führt die USK aus, dass an tatsächlichen Konflikten orientierte Begebenheiten oder Schlachten ebenfalls Realitätsnähe aufweisen könnten. Sie bildeten jedoch im Regelfall nicht die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen ab. Dies sei dagegen bei Szenarien, die in Schulen, Wohngebieten, Einkaufszentren, Wohnheimen oder Clubs anders. "Eine solche Nähe zur Realität oder Lebenswirklichkeit von Kindern oder Jugendlichen muss bei der Bewertung berücksichtigt werden, insbesondere wenn Gewalthandlungen in den Vordergrund des Gameplays rücken."
Die Darstellung von Nacktheit muss der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle zufolge im Kontext des konkreten Spiels bewertet werden. "Sexuell geprägte Darstellungen mit sexuellen Referenzen sind generell mit einer Altersbeschränkung zu versehen. Sexualisierte Sprache sowie entsprechende Gesten und Anspielungen sind ebenfalls jugendschutzrelevant und damit in die Bewertung einzubeziehen." Bei sexuellen Darstellungen unterhalb der strafrechtlichen Grenze zur Pornografie seien sowohl die grafische Darstellung als auch der Kontext zu berücksichtigen.
Diese und weitere Leitkriterien, wie Gameplay, Atmosphäre, Diskriminierung und Glaubwürdigkeit, für die jugendschutzrechtliche Bewertung von Computerspielen bilden sich laut USK "auf Grundlage von geltenden Gesetzen, den Grundsätzen der USK, Erkenntnissen aus der Wissenschaft und der Spruchpraxis aus mehr als 30.000 Spieleprüfungen in 16 Jahren sowie dem gesellschaftlichen Diskurs".

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