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Informant soll sich entschuldigt haben

Noch kehrt keine Ruhe ein in die Recherche-Affäre bei Burdas People-Zeitschrift Bunte. Nachdem die unlauteren Recherchen, bei denen ein Bundespolitiker in seinem Privatleben ausgespäht werden sollte, von MEEDIA aufgedeckt worden waren, berichteten zunächst die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel weitere Details. Diese Woche legt der Stern nach und schreibt, dass sich der mysteriöse Informant der Bunten mittlerweile bei Chefredakteurin Patricia Riekel entschuldigt habe.

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Am Sonntag habe er Patricia Riekel eine Mail geschrieben und sich für die entstandenen “Unannehmlichkeiten” und sein “inkompetentes Verhalten” entschuldigt, schreibt Stern-Redakteur Hans-Martin Tillack auf einer Seite der aktuellen Ausgabe der G+J-Zeitschrift. Tillack hat im Februar 2010 auch maßgeblich die CMK-Affäre aufgedeckt, bei der herauskam, dass Bunte mit einer externen Agentur zusammenarbeitete, die mit unlauteren Methoden das Privatleben von Politikern ausspionierte um an Geschichten zu kommen.

Der Informant, der die aktuelle Affäre ins Rollen brachte, war offenbar bei verschiedenen Redaktionen mit der Story hausieren gegangen, dass ein bekannter Bundespolitiker bei Sex- und Drogenpartys zugegen gewesen sein soll. Alle Blätter ließen die Finger von der dubiosen Geschichte – bis auf Bunte. Der Stern beschreibt den Jagd-Eifer der nun ehemaligen Bunte-Redakteurin Annabelle Korschan. Sie und der Politik-Ressortleiter und Chefredaktions-Mitglied Tobias Lobe mussten wegen der Affäre die Zeitschrift verlassen.

Der Stern berichtet, laut dem Informanten habe die Bunte dazu angeregt, Strafanzeige gegen den Politiker zu stellen, um einen “offiziellen” Grund zur Berichterstattung zu liefern. Der Informant, der sich Stefan Stein nennt, zeigte den Politiker tatsächlich anonym an.Bunte-Chefin Patricia Riekel sagte dazu: "Wer wen inspiriert hat, läst sich schwer sagen." Es stehe Aussage gegen Aussage.
Laut Stern rief Korschan nach der Anzeige mehrfach bei der Behörde an, um eine offizielle Bestätigung der Anzeige zu bekommen und möglichst den Beginn eines Ermittlungsverfahrens zu erfahren. “Die war sehr hinterher”, zitiert der Stern einen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. Die Behörde eröffnete aufgrund der zweifelhaften anonymen Anzeige aber kein Ermittlungsverfahren.

Stattdessen wandte sich “Stefan Stein” erneut an Bunte, diesmal mit dem Angebot, ihm die eigene Recherche abzukaufen. Die Bunte-Chefredaktion wertete dies als Erpressungsversuch und schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Die Affäre nahm ihren Lauf – nur dass nun statt eines Politikers nun eine Zeitschrift im Mittelpunkt steht.

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