Döpfner: Bild HD schlägt Angry Birds

Mathias Döpfner, Vorstandschef bei Axel Springer, rief angesichts der aktuellen Halbjahres-Zahlen einen Wendepunkt für den Konzern aus. Springer sei nicht länger ein Print-Unternehmen mit angeschlossener Online-Abteilung, sondern ein echtes Multimediahaus. Im 1. Halbjahr lagen die Online-Werbeerlöse mit 357 Mio. Euro erstmals über denen der deutschen Print-Titel mit 318 Mio. Euro. Auch bei den Apps von Springer gebe es ermutigende Zahlen. Bild HD sei im deutschen App Store erfolgreicher als Angry Birds.

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"Man liest immer wieder, dass man bei Apps nur mit Spielen Geld verdienen kann. Das scheint ein weit verbreiteter Irrglaube zu sein", sagte Döpfner bei der Vorstellung der Halbjahres-Bilanz. Die Bild HD App für Apples iPad sei regelmäßig die umsatzstärkste News App in Apples App Store – oft sogar die umsatzstärkste App über alle Kategorien in Deutschland. Döpfners Fazit: "Bild HD schlägt Angry Birds."

Erstmals stellte Springer detaillierte Verkaufszahlen für digitale Ausgaben über alle Geräte und Apps hinweg vor. "Paid Content ist die Absicherung unseres Geschäftsmodells in der digitalen Welt", sagte Döpfner. Insgesamt verkaufe Springer rund 134.000 digitale Exemplare seiner Zeitungen und Zeitschriften pro Tag. Man habe derzeit rund 190.000 Digital-Kunden. "Die absoluten Zahlen mögen im Vergleich zu Print klein erscheinen, aber wenn man sich vor Augen führt, wie viele Geräte es gibt, sind das sehr ermutigende Zahlen", so Döpfner.

Insgesamt hat Springer derzeit 44 kostenpflichtige Apps im Programm. Tablets seien eine hervorragende Plattform für journalistische Inhalte. Es gebe hier eine hohe Bereitschaft für Inhalte zu bezahlen, so Döpfner. Tablets bildeten auch einen ausgezeichneten Rahmen für Werbung. Die Verweildauer in Apps sei größer und Werbung werde deutlich öfter angeklickt, als im Web. Die Paid-Content-Strategie auf Tablets und Smartphones will Döpfner weiter fortsetzen und ausbauen: "Wir sollten das Selbstvertrauen haben, dass das was wir von morgens bis abends tun, auch einen Wert hat."

Insgesamt macht das Digital-Geschäft derzeit 30 Prozent des Gesamt-Umsatzes aus. Springer wächst auch im Web. Döpfner verwies auf die Übernahme des englischen Portals Netmums.com durch AuFeminin. Netmums.com sei das führende Eltern-Portal in Groß-Britannien Springer sei nach der Übernahme der Weltmarktführer für Frauen-Websites. Springer sei mit rund 55 Mio. Unique Visitors nun auf Platz 18 der größten Web-Anbieter in Europa – auch im Vergleich mit Online-Giganten wie Google, Amazon, eBay und Co. Im Vergleich mit anderen, klassischen Medienhäusern sei Springer mit seiner Reichweite im Web in Europa "die klare Nummer eins".

Für die Zukunft zeigte sich Döpfner optimistisch, was das weitere Wachstum gerade im Tablet-Markt betrifft. "Unsere aktuellen Zahlen sind eine Momentaufnahme am Beginn einer langfristigen Entwicklung", so Springer-Chef. Laut Studien sollen bis zum Jahr 2014 32 Mio. Deutsche über einen mobilen Internet-Zugang verfügen. Für Mathias Döpfner sind das viele neue potenzielle Käufer für die Medien-Apps seines Hauses.

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