Stasi-Erpressung im Fall Udo Foht?

Der Skandal rund um den suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foht weitet sich immer mehr aus. Wie Bild berichtet, gibt es den Verdacht, dass Foht wegen seiner möglichen Stasi-Vergangenheit erpresst wurde und sich deswegen von Geschäftspartnern unter falschen Voraussetzungen Geld besorgte. MDR-Intendant Udo Reiter erklärte in einem Interiew mit der Bild-Zeitung, dass es dafür keine Anhaltspunkte gebe. Reiter selbst gerät unterdessen auch in die Kritik.

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Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Print-Ausgabe vom 2. August, man sei in den Aufsichtsgremien des MDR unzufrieden mit der Informationspolitik Reiters. Bisher schwieg sich der Intendant öffentlich zu Einzelheiten im Fall Foht, auch um eine Vorverurteilung zu vermeiden, wie es hieß. Allerdings finden sich täglich neue Enthüllungen in der Presse und Reiter gab nun der Bild sogar ein Interview zum Fall. Angehörige des MDR-Rundfunkrats verlangen nun von Reiter eine schriftliche und zeitnahe Information über die Details.

Unterdessen berichtet Bild weiter, dass die von Foht möglicherweise unrechtmäßig akquirierten Geldsummen weitaus höher seien als bisher bekannt. Bisher war stets von Fällen die Rede, in denen sich Foht von Freunden und Geschäftspartnern zwischen 20.000 und 30.000 Euro geliehen hat, angeblich als Produktionskostenvorschüsse für TV-Sendungen. Das Geld wurde an eine mit Foht offenbar verbandelte Produktionsfirma namens Just for Fun in Berlin gezahlt.

Nun ist die Rede von weiteren Zahlungen, die im Einzelfall bis zu 100.000 Euro betragen. Laut Bild halten es “Freunde und Mitarbeiter” Fohts für möglich, dass er wegen seiner Stasi-Vergangenheit erpresst wurde und er dafür das Geld brauchte. Mittlerweile ist bekannt geworden, dass sein Gehaltskonto gepfändet war.

2001 geriet Foht in den Verdacht, als IM “Karsten Weiß” für die Geheimpolizei der DDR tätig gewesen zu sein. Er wurde aber von den Vorwürfen offiziell entlastet und Intendant Udo Reiter stellte sich hinter ihn. Foht selbst ist offenbar abgetaucht und hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. Zu einem internen Anhörungstermin beim MDR ist er nicht erschienen.

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