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Online-Zukäufe von Media-Saturn scheitern

Die Online-Offensive von Media-Saturn erleidet einen Dämpfer: Offenbar ist die geplante Übernahme der Internethändler reBuy und iBood gescheitert. Laut Welt.de verhinderte Minderheitseigentümer Erich Kellerhals vor wenigen Tagen den Kauf, obwohl die Verträge schon unterschriftsreif gewesen seien. Der 71-Jährige ist der Meinung, dass "überflüssige Komplexität im Online-Bereich" mehr schadet, als sie nützt. Zudem fürchtet er, dass zu viele Kapazitäten gebunden werden.

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Kellerhals war 1979 der Gründer des ersten Media Markts. Zum 1. Juli stimmte er der Übernahme des Online-Versandhändlers Redcoon durch die Media-Saturn-Gruppe zu. Als Pureplayer vertreibt die Redcoon GmbH über das Internet vor allem Produkte aus dem Bereich Unterhaltungselektronik und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in zehn europäischen Ländern aktiv und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009 / 2010 einen Umsatz von 354 Millionen Euro.
Auch reBuy hätte gut in die E-Commerce-Strategie der Elektronik-Handelskette gepasst. Das Portal nimmt gebrauchte Gegenstände wie Spiele, DVDs oder Bücher in Zahlung und bietet sie online zum Weiterverkauf an. Ganz dem Motto folgend "schau mal, Media-Saturn, was ihr verpasst habt", veröffentlichte das Unternehmen am heutigen Dienstag neue Geschäftszahlen. Demnach konnte der Web-Händler im Juli sein Wachstum gegenüber dem Vormonat um 30 Prozent steigern. "Ausschlaggebend dafür ist nicht nur die größere Anzahl von verkauften Artikeln, sondern auch die Verdopplung der täglich eintreffenden Gebrauchtware", heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Im Vergleich zum Juni 2010 entspricht diese Entwicklung einer Verdreifachung des Umsatzes. "Um diesen Erfolgskurs weiterhin fortzusetzen, hat reBuy im Juli 60 neue Mitarbeiter eingestellt, so dass die Zahl der Angestellten jetzt bei insgesamt etwa 300 liegt", verkündeten die Berliner stolz.
"Der Erfolg setzt sich fort: Nicht nur, dass wir im Juli wahnsinnig stark gewachsen sind, auch insgesamt erwarten für 2011 einen Rekordumsatz", sagte Lawrence Leuschner, Gründer und Geschäftsführer von reBuy. "Im Gegensatz zu anderen großen Unternehmen, die erst jetzt die Bedeutung von reCommerce erkennen und dem Trend folgen, sehen wir schon lange das Potential der Professionalisierung des milliardengroßen Gebrauchtmarktes und sind stolz auf unsere Vorreiterrolle."
iBood, der zweite Online-Händler, an dem Media-Saturn Interesse hatte, ist eine Art Groupon für Elektronikartikel. Die Shopping-Plattform bietet jeden Tag ein neues Produkt zum Sonderpreis.
Während die Geschäfte bei den Web-Konkurrenten florieren, verkündete der Metro-Konzern heute enttäuschende Zahlen. Das Betriebsergebnis (Ebit) war bei Media-Saturn in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 82 Prozent auf 22 Millionen Euro eingebrochen.
Trotz des Dämpfers wollen die Elektronik-Handelsketten weiter ins Internet expandieren. Im Herbst soll der Onlineshop von Saturn, im Winter der von Media Markt starten. Für Kellerhals sind diese Web-Pläne ausreichend. Laut Welt.de fürchtet er "eine Verzettelung", "wenn jetzt schon weitere kleine Onlineanbieter hinzugekauft" würden.

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