Na, Prost! Gericht deckelt Bierwerbung

Deutsche Brauer-Bund (DB nicht mehr die angebliche gesundheits- oder schönheitsfördernde Wirkung des eigenen Gerstengetränkes hervorheben. Das Berliner Landgericht gab nun einer Klage der Verbraucherzentralen statt, die sich gegen einen Text auf der Webseite des Lobby-Verbandes richtete. Der DDB schreibt, dass mäßiger Biergenuss Demenz, Altersdiabetes sowie Osteoporose vorbeuge und das Herzinfarktrisiko mindere.

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Auf der Webseite des Verbandes werden unter dem Punkt "Maßvoller Genuss" die "zahlreichen vorteilhaften Wirkungen eines maßvollen Bierkonsums" zusammengefasst. Dabei hebt der DDB unter anderem hervor, dass Bier nicht dick mache. "Die Legende vom Bierbauch hält sich hartnäckig, ist aber falsch. Richtig ist vielmehr das glatte Gegenteil: Bier enthält weniger Kalorien als Apfelsaft und weniger als Wein sowieso", heißt es auf der Site.

Zudem steht in dem Text – und daran störten sich die Richter – , dass das Getränk "gut fürs Herz" sei, dass der hohe Silizium-Anteil Osteoporose vorbeugen würde und dass Menschen, die moderat Alkohol genießen, im Alter weniger gefährdet sind, an Demenz zu erkranken.

Auch gegen diese Passage ging das Landgericht vor: "Wichtige Fitmacher sind die leicht verdaulichen Kohlenhydrate des Bieres, aus denen der Körper schnell verfügbare Energie gewinnt. Für Schönheit, aber auch für Gesundheit und Wohlbefinden sorgen die im Bier enthaltenen B-Vitamine: Sie sind nämlich nicht nur wichtig für eine reine Haut und schönes Haar, sondern auch für den gesamten Stoffwechsel, für Nerven, Immunsystem, Blutbildung und Sehvermögen."

Das Landgericht beschäftigte sich jedoch nicht mit der Frage, ob die oben genannten Fakten nun richtig sind oder nicht, sondern entschied, dass die Werbung nicht mit einer europarechtlichen Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel vereinbar sei. Generell ist es verboten, in der Werbung einzelnen Lebensmitteln "medizinische Eigenschaften" zuzuschreiben, wenn diese nicht von der EU-Kommission vorgegebene "Nährwertprofile" erfüllen.

Sollte der Verband trotzdem weiterhin mit der vermeintlich gesunden Wirkung von Bier werben, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

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