FragDenStaat testet die Web 2.0-Bürokratie

Was auf den ersten Blick ein Widerspruch sein könnte, will das neue Portal FragDenStaat.de auflösen. Die Website fördert den Austausch von Informationen zwischen Bürgern, Journalisten, Forschern und Behörden nach den Informationsfreiheitsgesetzen. Insgesamt können 830 Behörden - auch anonym - angefragt werden. Die Initiative des Vereins Open Knowledge Foundation (OKF) Deutschland wird von den Gewerkschaften DJV sowie dju und von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche unterstützt.

Anzeige

Das Portal übermittelt die Fragen an die entsprechende Behörde weiter und stellt sie inklusive Antwort gebündelt auf die Seite. Dabei geht es aber nur um solche Anfragen, die die Informationsgesetze betreffen, wie beispielsweise das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes, das Umweltinformationsgesetz und das Verbraucherinformationsgesetz. OKF will mit FragDenStaat.de nicht nur die Partizipation der Bürger und das Thema Informationsfreiheit stärken, sondern auch die negative wie positive Antwortpraxis der Behörden transparent machen.
Die Idee ist nicht neu. Als Vorbild diente das britische Portal What Do They Know. Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, sind darüber im vergangenen Jahr bereits zwölf Prozent aller Anfragen an staatliche Behörden gestellt worden. Ob FragDenStaat.de eine ebenso starke Bedeutung hierzulande erlangen wird, bleibt abzuwarten.
Bisher sind auf der Seite 40 Anfragen dokumentiert – von der Erkundung des Atommülllagers Gorleben bis zur Offenlegung von Kirchensubventionen. Alle Anschreiben sind mit einem Statussymbol gekennzeichnet – noch keine der gelisteten Anfragen wurde bisher erfolgreich beantwortet.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige