TV-News berichten positiv über Medien

Wenn Medienunternehmen selbst zum Gegenstand der Berichterstattung werden, kann das manchmal heikel sein. Media Tenor hat untersucht, wie im internationalen Vergleich über die Branche in Fernsehnachrichten berichtet wird. In China ist der Anteil an positiven Meldungen (70 Prozent) am größten, während in England der Anteil negativer Berichte bei mehr als 40 Prozent liegt. Grund dafür ist die Empörung über den News-of-the-World-Skandal. Hierzulande halten sich positive und negative Berichte die Waage.

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"Während Skandalisierung ein wesentliches Element der Berichterstattung der Massenmedien darstellt, berichten die Medien grundsätzlich eher freundlich über die eigene Branche", sagt Christian Kolmer von Media Tenor International. "Dies zeigt sich vor allem in der positiven Darstellung der eigenen Leistungen in den TV-Nachrichten, aber auch in der Berichterstattung über Onlinemedien wie Facebook oder Wikipedia, in der die positiven Aspekte deutlich überwiegen. Aber es zeigen sich auch deutliche kulturelle Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern."

Die Ergebnisse der Media Tenor-Untersuchung
In Frankreich beträgt der Anteil an negativer Berichterstattung über Medien 15 Prozent, in Deutschland sind es 30 Prozent, während es in Italien und Spanien knapp 20 Prozent sind.  In den USA beträgt dieser Anteil 10 Prozent. Am positivsten wird in China über die Medienbranche berichtet, gefolgt von Spanien und Deutschland mit 30 Prozent und USA mit 25 Prozent.
"Das chinesische Fernsehen berichtet generell positiv über die meisten Themenfelder, nicht nur über die Medien. Im Gegensatz dazu folgen zum Beispiel die britischen Medien einer Tradition, die auf Kontroverse und Enthüllung baut. Kritik gilt dort als eine wesentliche Aufgabe der Medien, auch wenn es nicht um echte Skandale geht", erklärt Kolmer. Auch wenn News Corp., der Besitzer der untergegangenen News of the World, erst im Juli in den Mittelpunkt des Interesses trat, sei das Unternehmen auch in der ersten Jahreshälfte schon stark präsent gewesen – mit einer auffallend kritischen Bewertung. "Auch schon vor dem Skandal hatte News Corp. ein Imageproblem", so Kolmer. "Dies wird es der Firma schwer machen, sich schnell von dem Abhörskandal zu erholen – trotz der Schließung des Skandalblattes."
Ausgewertet wurden über einen Zeitraum von einem halben Jahr die Berichterstattung von 29 internationalen TV-Nachrichtenformaten. Für Deutschland liefen die Sendungen "Tagesschau", "Tagesthemen", "RTL Aktuell", "ZDF heute" und "ZDF heute journal" in die Beurteilung mit ein.

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