Flipboard bindet Werbung ins Angebot ein

Die genau ein Jahr junge iPad-App Flipboard ging bereits durch den Hype-Zyklus. Erst war die Anwendung, die auf elegante Weise aus News-Quellen ein ansprechendes Tablet-Magazin entstehen lässt, der Schrecken der Verleger. Ein halbes Jahr später war sie schon zum Scheitern verurteilt, meinten Kritiker. Weil: Kein Geschäftsmodell. Vor wenigen Tagen schloss Flipboard nun einen Werbe- und Kooperationsvertrag mit Condé Nast (u.a. Wired, New Yorker, Vanity Fair) ab.

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Die genau ein Jahr junge iPad-App Flipboard ging bereits durch den Hype-Zyklus. Erst war die Anwendung, die auf sehr elegante Weise aus verschiedenen News-Quellen ein ansprechendes Tablet-Magazin entstehen lässt, der Schrecken der Verleger. Ein halbes Jahr später war sie schon wieder zum Scheitern verurteilt, meinten manche Kritiker. Weil: Kein Geschäftsmodell. Vor wenigen Tagen schloss Flipboard nun einen Werbe- und Kooperationsvertrag mit Condé Nast (u.a. Wired, New Yorker, Vanity Fair) ab.

Der Deal funktioniert so: Fügt ein Nutzer den Twitter-Account des New Yorker zu seinen Flipboard-Favoriten hinzu und ruft einen der Artikel in der Anwendung auf, kann er ihn komplett lesen, sogar in New Yorker-Optik. Neben Artikeln gibt es auf diesem Weg übrigens auch die unnachahmlichen Cartoons der Zeitschrift. Wie bei einer Zeitschrift sind Anzeigen zwischengeschaltet, die jeweils  einen ganzen Screen ausfüllen. Erster Werbepartner vom New Yorker ist American Express.

Im Herbst folgen Anzeigen der Automarke Lexus in den Flipboard-Angeboten von New Yorker, Wired und des Kochmagazins Bon Appetit. Per Berührung der Anzeige öffnet sich eine Seite mit weiterführenden Informationen des Werbekunden. Die Anzeigeneinnahmen werden zwischen Condé Nast und Flipboard aufgeteilt. Die Vermarktung übernimmt der Verlag selber, um die Abwicklung und Platzierung kümmert sich der App-Betreiber. Für den Verlag Condé Nast, der mit Ausnahme von Wired kein wirklich glückliches Digital-Händchen hat, ist die Kooperation ein interessantes Experiment.

Wenn das Beispiel Schule macht, könnten die Kommentare à la "Gut gemacht, aber was noch?" bald verstummen. Wenn sich Inhalteanbieter darauf einlassen, ihre Beiträge über Aggregatoren wie Flipboard auszuspielen – das ist ja nicht selbstverständlich – dann könnten zusätzliche Leser und mögliche neue Werbeerlöse winken. Insbesondere, wenn hochwertige Inhalte über Flipboard so gut zur Geltung kommen, dass Anzeigenkunden aufmerksam werden.

Für die nativen Apps der jeweiligen Magazine ist dieser Kanal eher keine Kannibalisierung, obwohl beide Angebote über das Tablet laufen. Eher könnte der Flipboard-Kanal einen "Einstieg" in den entsprechenden Titel ermöglichen. Interessanter Nebenaspekt: Twitter ist in diesem Fall nur eine Art Verbindungsglied zwischen New Yorker und Flipboard. An den erzielten Werbeerlösen hat der Dienst keinen Anteil.        

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