Regionalzeitungen verlieren fast 1 Mio. Leser

Die Regionalzeitungen sind die großen Verlierer der ma 2011 Tageszeitungen. Rund 900.000 Leser verloren sie in nur einem Jahr. Lasen vor einem Jahr noch 40,1 Mio. Leute die von der ma untersuchten regionalen Tageszeitungen, sind es nun noch 39,2 Mio. Zu den größten Verlierern gehören die WAZ, die sh:z und die Braunschweiger Zeitung. Noch deutlicher verloren einige regionale Kaufzeitungen wie der Berliner Kurier und der Express. Bei den Überregionalen gibt es hingegen sogar mehr Gewinner, u.a. Welt, taz und Süddeutsche.

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Immerhin 140.000 Leser konnte die Süddeutsche Zeitung laut Media-Analyse 2011 gegenüber 2010 hinzu gewinnen, ein Plus von 11,0%, die das Blatt auf eine Leserzahl von 1,41 Mio. pro Ausgabe hievt. Mit einem Zuwachs von 130.000 folgt Springers Welt direkt dahinter, prozentual gesehen ist die Zeitung wegen der geringeren Reichweite mit dem Plus von 18,3% sogar der größte Gewinner unter den Überregionalen. Ebenfalls zweistellig zulegen konnte die taz: um 14,7% auf 390.000 Leser. Verlierer gibt es bei den Überregionalen nur einen: die Bild verlor 400.000 Leser.

So wie der Bild erging es auch einigen regionalen Boulevard-Blättern: Express, tz, Berliner Kurier und Abendzeitungen verloren allesamt Leser. Besonders heftig traf es dabei den Berliner Kurier mit einem Minus von 15,4%, auch der Express und die Abendzeitung büßten mehr als 10% der Vorjahres-Leser ein. Gewinner gibt es aber auch hier: B.Z., Hamburger Morgenpost und Morgenpost für Sachsen konnten sich jeweils um 10.000 Leser steigern.

Überwiegend rot sind die ma-Zahlen hingegen bei den regionalen Abozeitungen. Nur wenige Gewinner ragen aus den vielen Verlierern heraus. So legten in Teil 1 unserer Übersicht der wichtigsten Blätter und Vermarktungs-Kombis die Augsburger Allgemeine, die Leipziger Volkszeitung und die Märkische Allgemeine immerhin jeweils um 10.000 Leser zu. Deutlich verloren haben hingegen neben einigen Kombis die Zeitungsgruppe Köln, die Braunschweiger Zeitung und die Mitteldeutsche Zeitung – jeweils 40.000 Leser weniger griffen zu den Blättern.

In Teil 2 gibt es mit der Rheinpfalz, der Südwest Presse, der Zeitungsgruppe Rhein-Neckar, der Zeitungsgruppe Thüringen und der Rhein-Zeitung immerhin fünf weitere Gewinner, daneben aber auch zahlreiche große Verlierer. Satte 170.000 gingen beispielsweise den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe abhanden – ein Minus von 7,1%. Das Duo Nürnberger Nachrichten/Nürnberger Zeitung büßte 40.000 Leser ein, ebenso die sh:z, die Zeitungsgruppe Bremen/Weser-Ems und die Neue Westfälische.

900.000 Leser weniger verzeichneten die Regionalzeitungen also laut ma. Dass Gerhard Müller, Vorstand Tageszeitungen der ag.ma, dazu mit den Worten "Die Reichweiten der Tageszeitungen sinken insgesamt betrachtet nicht – sie verlagern sich nur zunehmend ins Internet" zitiert wird, klingt wie eine Ausrede. Schließlich ist Print für die Verlage noch der mit großem Abstand dominierende Umsatzbringer. Steigende Internetnutzerzahlen bringen da nicht viel.

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