MDR suspendiert Unterhaltungschef

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat seinen Unterhaltungschef Udo Foht mit sofortiger Wirkung suspendiert. Grund ist laut einer Mitteilung des Senders ein festgestellter Amtsmissbrauch durch Foht. Er habe offizielles Geschäftspapier des Senders für private Zwecke genutzt und damit “Dritte zu Zahlungen veranlasst”, wie es heißt. Der MDR geriet zuletzt wegen der Kika-Affäre in die Schlagzeilen. In dem Kinderkanal, der zur Zuständigkeit des MDR gehört, wurden Gelder in Millionenhöhe veruntreut.

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Der aktuelle Fall von Amtsmissbrauch durch MDR-Unterhaltungschef Udo Foht sei im Rahmen einer “Überprüfung der internen Strukturen” festgestellt worden, teilte der MDR mit. Ob sich Foht mit der privaten Nutzung des MDR-Briefpapiers einen persönlichen Vorteil verschafft hat, sei noch unklar. In der Sender-Mitteilung heißt es weiter: “Unabhängig von dieser Frage hält es der MDR für nicht hinnehmbar, dass der Unterhaltungschef seine Position für außerdienstliche Zwecke missbraucht hat. Deshalb wurde der Mitarbeiter von allen seinen Aufgaben entbunden. Weitere arbeitsrechtliche Schritte werden geprüft.”

Der MDR hat außerdem Strafanzeige gegen Foht erstattet. Die interne Revision des Senders will den Fall nun einer Sonderprüfung unterziehen. Nach aktuellem Kenntnisstand sei dem MDR aber kein finanzieller Schaden entstanden. Fohts Aufgaben als Unterhaltungschef übernimmt bis auf weiteres Wolf-Dieter Jacobi, Sportchef und künftiger Fernsehdirektor des MDR.

Der MDR stand erst kürzlich im Zentrum einer Affäre um den dort angesiedelten ARD/ZDF Kinderkanal Kika. Ein Mitarbeiter hatte über Jahre Scheingeschäfte getätigt und den Sender um über acht Millionen Euro betrogen. Zwischenzeitlich gab es Vorwürfe, dass die Kontrollen im Sender versagt hätten und noch weitere Mitarbeiter in den Skandal verstrickt sind.

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