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DieRedaktion.de und Spredder.de fusionieren

Spredder.de, Hajo Schumachers “Online-Shop für Qualitätsjournalismus”, fusioniert mit DieRedaktion.de, der Journalismus-Börse der Deutschen Post. Das erklärte Ziel sei es, Journalisten, Redaktionen und Verlage zu vernetzen und den Qualitätsjournalismus zu fördern, erklärt Schumacher der Süddeutschen Zeitung. Während Spredder nach Jahren noch den "Beta"-Stempel trug, haben sich seit März rund 1.600 Journalisten bei DieRedaktion.de registriert. Damit baut die Post ihr Engagement im Publishing-Markt aus.

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Eine Neuregistrierung bei Spredder ist offenbar nicht mehr möglich. Auch neue Artikel lassen sich nicht mehr einstellen. “Bis zum 1. September können Sie sich aber weiterhin einloggen und Ihre Daten exportieren”, heißt es auf der Webseite.
Beim Verkauf eines Artikels bekommt DieRedaktion.de 30 Prozent des Honorars, bei Annahme eines Auftrages 15 Prozent. Die Jahresgebühr für eine Mitgliedschaft für Verkäufer liegt bei 72 Euro. Der DJV spricht sich ausdrücklich für das Angebot aus: "Wir sehen in DieRedaktion.de ein interessantes Geschäftsmodell, um gerade als freier Journalist neue Kontakte und damit neue Einnahmequellen zu erschließen", erklärte der Bundesvorsitzende Michael Konken zum Start der Plattform.

Der Erfolg von Hajo Schumachers Spredder fiel recht bescheiden aus. Schumachers Plattform war geplant‘>. "Bei Spredder kaufen Sie journalistische Texte, so einfach wie Musik bei iTunes oder Bücher bei Amazon. Ausgesuchte freie Autoren bieten hier ihre Artikel an", erklärte der Gründer 2009. 2010 gestartet, befindet sich Spredder immer noch in der Beta-Phase. Mit an Bord sind rund 360 Autoren. Unter deren Profilen befinden sich aber viele Karteileichen mit Fantasienamen und ohne jegliche Referenzen. Die Überprüfung der eingesandten Texte übernehmen die Betreiber des Portals selbst.‚>: “Wir behalten uns auch vor, Texte abzulehnen. Das ist natürlich auch eine Menge Handarbeit.” Auf den ersten Blick laufen fast täglich neue Texte ein. Die Angebote lassen sich nach Ressorts und Ereignissen, wie beispielsweise Katastrophen und Kriege, filtern. Ein Nachteil: Autoren könne nicht selbst festlegen, wie viel sie für einen Text bekommen. Texte kosten bei Spredder 2 Cent pro Zeichen.

Denkbar sei auch, DieRedaktion.de künftig für Anbieter von Filmmaterial zu öffnen. Offenbar will der Konzern damit ein tragfähiges Zukunftsmodell angesichts der schwindenen Einnahme aus dem Aboversand auf die Beine stellen.

Im Mai erklärt die Post außerdem, verstärkt im Tablet-Geschäft mitzumischen. Wie der Konzern gegenüber MEEDIA bestätigte, ist ein Projekt mit Pilotkunden bereits weit gediehen. Ziel: Die Inhalte von Verlagen möglichst automatisiert und damit kostensparend auf Tablet-PCs wie das iPad bringen. Die Tablet-Medien sollen mehr als reine PDF-Versionen von Printausgaben sein. Die Post begibt sich damit in Konkurrenz zu Anbietern wie beispielsweise der Yoc AG oder dpa-infocom.

"Wir haben viele Verlage identifiziert, die den Weg in die digitale Welt nicht mitgehen können, vor allem aus Kostengründen", erklärte Carsten Vullriede, Vizechef der Abteilung Verlagsservices bei der Deutschen Post AG, gegenüber MEEDIA. Besonders mittelgroße und kleine Verlage soll das Angebot ansprechen. Wer mit einem eigenständigen Konzept in die Tablet-Welt will, muss in der Regel noch hohe Einstiegskosten für Konzeption und Produktion bezahlen. Je geringer die Automatisierung, um so höher die Personalkosten.

Ein Pilotkunde des Projektes ist das Ruhrgebiets-Magazin RevierSport. Der Titel erscheint zweimal wöchentlich mit einer gedruckten Auflage von ca. 25.000 Exemplaren und hat sich im Internet in den vergangenen vier Jahren als beste Informationsquelle über Amateurfußball im Ruhrgebiet (1,2 Millionen Visits) etabliert. Die Tablet-Ausgabe von RevierSport solle sich aus Print- und Online-Beiträgen sowie eigens produzierten Inhalten zusammensetzen, kündigt Online-Verlagsleiter Thomas Wein an. Die Möglichkeit, sich am Post-Projekt zu beteiligen, sei "zur richtigen Zeit" gekommen. Ansonsten hätte der Verlag den Schritt aufs Tablet noch eine Weile abgewartet.

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