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Media-Saturn: Webstrategie kostet 3.000 Jobs

Die Internet-Strategie von Media Markt und Saturn scheint nicht ohne Folgen für die Mitarbeiter zu bleiben. Das Handelsblatt vermeldet mit Verweis auf dpa, dass die Metro-Tochter in diesem Jahr europaweit 3.000 Stellen in der Verwaltung streichen wollen, um die Kosten zu reduzieren und sich für die geplante Web-Offensive zu rüsten. Erstmals seit zwei Jahren schrieben beide Elektronik-Ketten rote Zahlen. Media-Saturn wies im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 44 Mio. Euro aus.

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Die Metro-Tochter Media-Saturn hatte im Vorjahresquartal noch einen Gewinn von 41 Millionen Euro verbucht. Nun soll auf Konzernebene wegen des bisher verpassten Online-Starts eine halbe Milliarde Euro gespart werden – und das durch Stellenstreichungen. Derzeit beschäftigen beide Unternehmen insgesamt 68.000 Angestellte.
Anfang des Monats hatte die Elektronik-Gruppe den Online-Versandhändler Redcoon geschluckt. CEO Eckhard Cordes hatte bereits angekündigt, dass es nicht bei einem Zukauf  bleiben solle. "Es gibt viele hochinteressante Spezialanbieter im Netz, die sehr gut zu uns passen würden und die ebenfalls tolle Wachstumsraten verzeichnen", hatte Cordes im Interview mit der Welt am Sonntag gesagt. Redcoon wird also nicht das letzte Unternehmen sein, das die Metro-Töchter erwerben werden.
Als Pureplayer vertreibt die Redcoon GmbH über das Internet vor allem Produkte aus dem Bereich Unterhaltungselektronik und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in zehn europäischen Ländern aktiv und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009 / 2010 einen Umsatz von 354 Millionen Euro.
Cordes verriet weiter, dass man den Launch eines Online-Shops für Saturn für das vierte Quartal plane. Der Webauftritt für Media Markt solle im erste Halbjahr 2012 folgen. Dazu solle Redcoon weiter ausgebaut werden. Die Struktur von Media Markt als Verbund vieler Filialbetreiber hat eine klare Online-Strategie bisher erschwert. Zur Preisgestaltung erklärte Cordes: "Bei Saturn und Media Markt wird es ein Online-Kernsortiment geben, dessen Preise man auch in unseren stationären Geschäften wiederfinden wird." Weiter heißt es: "Darüber hinaus werden wir im Internet und im stationären Geschäft den besten Preis bieten."
Bezüglich der Umsatzerwartungen gab sich Cordes optimistisch. Ein Anteil von 30 Prozent am Gesamtumsatz halte er mittelfristig für "nicht ganz unrealistisch". Langfristig strebt Media-Saturn eigenen Angaben zu Folge die Online-Marktführerschaft in Europa an. Wie das Handelsblatt schreibt, soll der Internet-Umsatz bis 2015 bei fünf Milliarden Euro liegen.

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