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Enthüllungsseite „Murdoch Leaks“ gestartet

"Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun": Es hat durchaus Ironie, dass die Website "Murdoch Leaks" ausgerechnet ein Zitat des geistigen Vaters des Konservatismus Edmund Burke als Leitbild nimmt, um gegen einen anderen Konservativen ins Feld zu ziehen. Im Stile von "WikiLeaks" können auf der neuen Plattform anonym Hinweise und Dokumente zu den Machenschaften des News Corp.-Imperiums eingestellt werden. Angeblich hat die Seite Verbindungen zu einem "Netzwerk von Journalisten".

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"Seit dem jüngsten Telefon-Hacking-Skandal um Rupert Murdochs News of the World und anderen Teilen seines Medienimperiums, ist klar dass die vierte Gewalt versagt hat, deshalb ist es an der Zeit, dass die fünfte Gewalt eingeschaltet wird", heißt es auf "Murdoch Leaks".

Für Verarbeitung, der dort hochgeladenen Informationen, sollen allerdings klassische Gewalten aktiv werden: "Wir veröffentlichen nichts selbst", schreiben die Macher. "Glaubwürdige Informationen werden an unser Netzwerk von Journalisten und die Strafverfolgungsbehörden in Großbritannien, den USA und Australien weitergegeben." Bloße Gerüchte, Meinungen oder Material die bereits andernorts veröffentlich wurden, würden nicht akzeptiert.

Dass hinter der Enthüllungsplattform die Hacker-Gruppe LulzSec steckt, die in der vergangenen Woche die Webseite der Sun gehackt und dort den Tod Rupert Murdochs verkündet hatten, ist bislang reine Spekulation. Registriert ist Murdochleaks.org beim deutschen Unternehmen CINIPAC, das seit 2008 in der Republik von Panama gemeldet ist. Der Offshore-Dienstleister bietet seinen Kunden anonymes Hosting von Webseiten.

Ähnlich ironisch wie das Burke-Zitat, mit dem die Website überschrieben ist, ist, dass News Corp. selbst versucht, sich das WikiLeaks-Prinzip zu Nutze zu machen. Im Mai startete Murdochs Wall Street Journal die Plattform "SafeHouse", auf der der Redaktion Hinweise und Dokumente zugespielt werden können. "Das Wall Street Journal ist die vertrauenswürdigste Quelle der Welt, und ‚SafeHouse‘ ermöglicht die Sammlung von Informationen und Dokumenten, die bei der Erstellung vertrauenswürdiger Geschichten benutzt werden können", erklärte WSJ-Chefredakteur Robert Thomsen in der damaligen Pressemitteilung.

Dass dieses Vertrauen seit dem Abhörskandal jedoch deutlich gelitten hat, zeigen zum Beispiel die Anti-News-Corp.-Browseranwendung, über die MEEDIA am Montag berichtete. US-Programmierer haben Apps für Murdoch-freies-Surfen entwickelt, die bereits von etlichen tausend Nutzern installiert wurden. Der "Murdoch Alert" schlägt beim Aufrufen von News Corp.-Seiten Alarm. Vom Add-on "Murdoch Blocked" werden Webseiten von Fox News oder des Wall Street Journal komplett geblockt.

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