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RTL: „Bild macht Täter zu Opfern“

RTL hat auf die Vorwürfe der Bild gegen Moderatorin Vera Int-Veen und ihre Sendung “Mietprellern auf der Spur” reagiert. Bild mache Täter zu Opfern, sagte Sendersprecher Christian Körner zu MEEDIA. Bild.de hatte Video-Rohmaterial gezeigt, in dem dokumentiert wird, dass die Sendung sinnentstellend geschnitten war und Vera Int-Veen einen Behinderten vorführte. Für den Fall, dass die Sendung tatsächlich sinnentstellend geschnitten worden ist, kündigte Körner allerdings Konsequenzen an.

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Gegenüber MEEDIA sagte RTL-Sprecher Christian Körner: "Der Bericht macht Täter zu Opfern und erwähnt einen entscheidenden Fakt nur sehr notdürftig: Vera begleitet die mit der Pflege der Mutter beauftragte Tochter, die sich ein Bild vom aktuellen Zustand der Wohnung machen will.” Tatsächlich ist sowohl in der ausgestrahlten Sendung als auch in dem von Bild.de gezeigten Rohmaterial die Tochter der gezeigten Familie ebenfalls zu sehen und wird von Vera Int-Veen ins Geschehen einbezogen.

"Mietprellern auf der Spur" zeige Missstände und decke Unrecht auf, so der RTL-Sprecher. Körner weiter: “Die Sendung zeigt Menschen, die durch das Hinterlassen verwüsteter Wohnungen andere in den Ruin treiben. Die Täter sind dabei diese Mietpreller, die Wohnungen verwahrlost zurücklassen. Die Opfer sind die um ihre Miete geprellten, die vor dem finanziellen Ruin stehen."

Bild habe laut Körner außerdem eine Stellungnahme von RTL nur in stark verkürzter Form wiedergegeben. Bild zitierte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer mit dem Worten: “Die Mutter war mit den Dreharbeiten selbstverständlich einverstanden.“ Das komplette RTL-Statement lautete: "Vera hat Tochter Jennifer in die Wohnung ihrer Mutter begleitet,  weil diese sich große Sorgen um sie macht. Sie wirft ihren Brüdern vor, die Mutter verwahrlosen zu lassen und das offensichtlich sehr zu Recht. Vera war samt Kamerateam dabei, als Jennifer einen der Brüder zur Rede stellt. Opfer ist auch hier weniger der Sohn, sondern vielmehr seine hilflose Mutter. Diese war mit den Dreharbeiten selbstverständlich einverstanden."

RTL-Sprecher Körner sagte  allerdings auch: "Sollte im Rahmen der Produktion eine Szene nicht korrekt geschnitten worden sein, wird es die entsprechende Konsequenz innerhalb des Produktionsteams haben." Damit bezieht er sich auf eine Stelle des Bild.de-Video, in der gezeigt wird, dass die “Mietpreller”-Folge offenbar so geschnitten war, dass der Eindruck entstand, der Sohn habe dem Besuch des Kamerateams in der Wohnung zugestimmt. Dabei hatte er auf eine ganz andere Frage “Ja”, gesagt. Nämlich auf die, ob er sich über den Besuch seiner Schwester freue.

Bild hatte vor einigen Tagen bereits schon einmal über Schummel-Vorwürfe bei der Sendung “Mietpreller gesucht” berichtet.

Der Eindruck, den das Bild.de-Video von der Vorgehensweise Vera Int-Veens und ihres Kamera-Teams hinterlässt, ist aber in jedem Fall bedenklich. Ganz am Ende des Videos, als das Kamerateam den offenbar geistig minderbemittelten Sohn verfolgt, hört man Vera Int-Veens Stimme noch auf dem Off. Sie sagt: “Geil.” Und lacht.

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