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Bundesliga-Sonderhefte im Vergleich

Als Felix Magath den Rekord-Bundesligaspieler Charly Körbel bat, bei Eintracht Frankfurt ein Scouting-System aufzubauen, bestand die gesamte Abteilung nur aus einem Kicker-Sonderheft. Das war im Jahr 2001. Seitdem hat sich zwar viel getan, aber die Anekdote zeigt, dass mindestens ein Sonderheft zum Liga-Start zur Grundausstattung gehört. Das gilt für Profis, wie auch für Fans. Doch welcher Kauf lohnt sich? MEEDIA vergleicht die Hefte vom Kicker, Sport Bild und 11 Freunde.

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Kicker: der Klassiker
Vom Selbstverständnis her sieht sich der Kicker schon immer als Fachmagazin. In seinen beiden wöchentlichen Heften verschwimmen trotzdem häufig die Grenzen zwischen Bericht und Kommentar. Nicht so im Sonderheft. Der Klassiker unter den Saison-Almanachen besticht durch eine fast militärische Disziplin. Jeder Bundesligist wird erst in einem langen Text inklusive Taktik-Schema vorgestellt. Zudem gibt es immer ein Kurz-Interview mit dem jeweiligen Trainer.

Das Herzstück der Ausgabe ist jedoch die Übersicht über alle Teams der ersten drei Ligen und ihre kompletten Kader. Zum Ende hin gibt es noch einige wenige Statistikseiten und ein paar Infos zu den Schiedsrichtern und zum Frauenfußball.

Ausstattung: Wichtigste Beilage ist natürlich die legendäre Kicker-Stecktabelle. Sie fehlt in den wenigsten Büros dieser Republik, in denen mehr als zwei Männer zusammensitzen. Zudem gibt es noch einen Spielplan der ersten und zweiten Liga zum selbst ausfüllen und Sticker mit den Wappen aller Vereine der ersten und zweiten Spielklasse.

Bilanz: Das Geheimnis ist der Mix: Im ersten Heftdrittel werden alle Bundesliga-Mannschaften so vorgestellt, dass das Magazin eine gute Vorbereitung zum Saisonstart ist. Die detaillierten Team- und Kader-Übersichten sorgen dann dafür, dass man das Heft über die gesamte Spielzeit behält und immer wieder herausholt. Schließlich gibt es immer wieder Detailfragen, die es nachzuschlagen gilt.

Preis: 5,50 Euro, 248 Seiten

Sport Bild: die Team-Spezialisten
Bereits der Blick auf das Cover zeigt: Dieses Heft setzt auf Beilagen. So liegt der Sport Bild eine DVD mit den hundert schönsten Toren bei. Zudem ist ein exklusives Sky-Abo-Angebot auf dem Titel aufgeklebt.

Inhaltlich ist der größte Unterschied zum Kicker, dass der redaktionelle Teil im ersten Heftdrittel weniger umfangreich ist. Dafür nimmt die Detail-Vorstellung der Kader und Teams in der Blattmitte weit mehr Platz ein. Nettes Detail: in der Vorstellung der einzelnen Spieler einer Mannschaft hat die Redaktion extra zwei bis vier Kästen freigelassen, damit die Leser selbst einen Nachtrag für Kicker, die erst später verpflichtet wurden, vornehmen können.

Die Vorstellung der Vereine aus der zweiten Liga fällt weit kleiner aus und die dritte Liga wird von der Redaktion nur noch ganz knapp abgehandelt.

Ausstattung: eine DVD mit den hundert schönsten Toren

Bilanz: Bei der Einzelvorstellung der Bundesliga-Mannschaften gelingt der Sport-Bild-Redaktion ein toller Mix aus Standard-Infos über Spieler, Vereine und Stadien, der mit unterhaltsamen Hintergrund-Berichten und den wichtigsten Statistiken angereichert wurde. Es ist jetzt allerdings schon abzusehen, dass das dünne Papier des Sonderheftes und das nicht sonderlich stabile Cover keine ganze Saison durchhält.

Preis: 5,50 Euro, 242 Seiten


11 Freunde: die Wundertüte
Der Vergleich mit den Sonderheften der Konkurrenz stellt sich schnell als für beide Seiten höchst unfair heraus. Denn gegen die Flut an guten, witzigen und charmanten Idee der 11-Freunde-Redaktion haben sowohl der Kicker als auch die Sport Bild keine Chance. Alleine schon deshalb nicht, weil bei den Berliner Fußball-Enthusiasten der Spaß auf Kosten der reinen Information geht. So ist das eigentliche Sonderheft nur ein kleines, dafür aber sehr stabil gedrucktes Buch. Es liegt der normalen Magazin-Ausgabe bei, die allerdings auch sehr stark vom Liga-Auftakt geprägt ist und den Leser mit vielen tollen Hintergrundstücken auf die kommende Spielzeit vorbereitet.

Allein das Format zeigt: Das 11 Freunde-Sonderheft ist zu klein gedruckt, um ständig etwas nachzuschlagen. Dafür macht es verdammt viel Spaß, es in einem Rutsch durchzulesen. Zu jedem Team schreibt ein Blogger oder Fanzine-Macher einen kurzen Meinungstext, dann werden die Mannschaften vorgestellt. Lustiges Detail: Zu jedem Verein gibt es eine passende Karte aus einem Auto-Quartett. So ist der FC Bayern ein BMW X5, der 1. FC Kaiserslautern ein alter Mercedes W123 und der SC Freiburg ein Solarmobil.

Die Mannschaften der ersten und zweiten Liga werden beide gleich behandelt. Nur die Vereine der dritten Liga werden auf weniger Raum abgehandelt.

Ausstattung: Keine

Bilanz: Als treuer Begleiter über eine ganze Saison taugt das 11 Freunde-Sonderheft wenig. Dafür bietet das große Hauptheft allerdings die mit Abstand beste redaktionelle Vorbereitung auf die Spielzeit 2011/12.

Preis: 5,50 Euro, 162 Seiten (Hauptheft) plus 194 Seiten (Supplement)

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