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Bild-Kampagne: ARD bereitet sich doch vor

Die ARD hat nun gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestätigt, dass ein Themenprotokoll existiere, in dem festgehalten wurde, dass Sendungsideen über die Bild-Zeitung entwickelt werden sollen. Dennoch erklärte Sprecher Stefan Wirtz, dass es keinen Beschluss für eine "Anti-Bild-Kampagne" seitens der Intendanten gebe. Die Berliner Zeitung hatte zuvor aus dem Protokoll zitiert und damit belegen wollen, dass man sich bei der ARD für einen Gegenschlag gegen das Boulevardblatt rüste.

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Wie die SZ schreibt, gebe es, anders als es die Berliner Zeitung behauptet hatte, keine Anweisung der ARD-Intendanten für eine "virtuelle Medienredaktion". Bestätigt wurde dies auch von WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz. Er habe jedoch die Radio-Medienredaktionen der Anstalten gebeten, Sendungsideen zu entwickeln, um auf eine mögliche verzerrende Bild-Berichterstattung reagieren zu können. Schmitz erklärte, dass die Berichte gegen Bild nur ein Nebenprodukt der Intendanten-Sitzung Ende Juni in Würzburg gewesen wären.
Als Reaktion auf die mögliche Anti-ARD-Kampagne seien sowohl eine Talkrunde bei "Hart aber fair" denkbar, zu der Kritiker von ARD und ZDF eingeladen werden sollten, als auch Call-In-Sendungen im Radio, in der sich die Hörer mit der Kritik auseinandersetzen können.
Das Springer-Blatt hatte in den vergangenen Wochen die ARD-Pressestellen und Landesanstalten mit Anfragen von "großer Themenbreite" und "ungewöhnlicher Detailtiefe" geflutet und damit den Anschein erweckt, dass die Boulevard-Zeitung eine "Anti-ARD-Kampagne" planen würde.
Am Montag hatte die ARD bereits auf MEEDIA-Anfrage entsprechende Medienberichte dementiert, dass man sich auf einen Gegenschlag vorbereite. Man wolle abwarten, was die Bild über die ARD berichte. Zuvor hatte ARD-Sprecher Stefan Wirtz in einer offiziellen Stellungnahme verkündet, dass niemand wegen der Anfragen in Aufruhr sei: "Wir neigen zur professionellen Begutachtung dessen, was geschieht – und bei Bedarf auch zu gelassener Zurückhaltung."
Dass die Bild kritisch über die ARD berichtet, ist nichts Neues. In der Vergangenheit berichtete die Springer-Zeitung schon oft über die Gebührenverschwendung und andere Missstände und prangerte den öffentlich-rechtlichen Senderverbund in Kampagnenform an. Gut in Erinnerung ist die jüngste Bild-Serie, die zum 60. Geburtstag unter dem Titel "Der große ARD-Report" veröffentlicht wurde. Darin hieß es u.a.: Die ARD sei "eine ergraute, erstarrte und angeschlagene Anstalt. Eine Anstalt, der es an Transparenz und Erneuerung fehlt". Unter der Überschrift "ein paar aktuelle ARD-Personalien" listete Bild genüsslich auf, welche ARD-Mitarbeiter wegen Korruption oder Vorteilsnahmen verurteilt wurden oder angeklagt sind.

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