SZ: Beim Focus herrscht Krieg

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gibt es bei Burdas Focus massiven Streit zwischen den beiden Chefredakteuren Wolfram Weimer und Uli Baur. Es sei wahrscheinlich, so das Blatt, dass bis zum Herbst einer von beiden gehen wird. Auf Baurs Seite stehe der Focus-Gründer und Herausgeber Helmut Markwort. Weimer stehe für einen Kurs, aus dem Focus ein intellektuelleres Magazin zu formen, das dem Spiegel Konkurrenz machen könne. Baur dagegen sei ein Nutzwert-Journalist alter Schule.

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Auf diese recht simple Formel bringt es die Süddeutsche. In einer Redaktionskonferenz soll es zwischen den beiden zum offenen Eklat gekommen sein, als Baur das Kultur-Ressort einer Ausgabe auf eine einzige Seite zusammenstreichen wolle. Weimer habe geantwortet, man könne den neuen Roman von Martin Walser nicht in einem “Kästchen” rezensieren.

Während Weimer im Urlaub war, habe Baur dann im Alleingang einen Titel mit dem Thema “Das große Urlaubs-Spezial: 36 Seiten zum träumen” gemacht. Auf der Titelseite waren Bikini-Mädchen abgebildet. Weimer soll nicht erbaut gewesen sein. “Zwischen Weimer und Baur herrscht Krieg”, zitiert die SZ einen Insider.

Der Focus befindet sich sei geraumer Zeit in schwierigem Fahrwasser. In den letzten Jahren unter Gründer Helmut Markwort haben Auflage und Profil arg gelitten. Cicero-Gründer Weimer wurde geholt, um den Focus politischer und inhaltlich relevanter zu machen. Markwort setzte durch, dass sein Co-Chefredakteur Uli Baur gleichberechtigt ebenfalls an Bord blieb.

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