FR ist schuld: ddvg schreibt rote Zahlen

Schönstes PR-Deutsch: In der offiziellen Mitteilung der SPD-Medienholding ddvg steht, dass man sich im "abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 gut behauptet" hat. In Zahlen ausgedrückt: Die Holding hat seit fast 20 Jahren zum ersten Mal wieder einen Verlust nach Steuern verbucht. Wie die SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks nun verriet, betrug der negative Jahresüberschuss 14,3 Millionen Euro. Verantwortlich für das Minus ist unter anderem ein Darlehensverzicht bei der Frankfurter Rundschau.

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„Ich bin zufrieden, dass die ddvg in einem schwierigen Marktumfeld erneut ein respektables Ergebnis erwirtschaftet hat“, kommentierte die Politikerin die vorgelegten Zahlen. Tatsächlich schloss die Holding mit einem Betriebsergebnis von 20,0 Millionen Euro um 3,1 Prozent besser ab als im Vorjahr. Der operative Cashflow betrug 19,2 Mio. Euro und übertraf damit den Vorjahresbetrag um 57 Prozent.

Das Minus kommt – laut offizieller Version – zu Stande, weil die ddvg die "gute Ertragssituation" zum Anlass genommen hat, "verschiedene bilanzielle Maßnahmen zu ergreifen, auch, um die Finanzstruktur einiger Beteiligungsunternehmen zu verbessern". Das Volumen der Maßnahmen betrug rund 23 Millionen Euro. Haupt-Profiteur dieser Bilanzmaßnahme war die Mutter der Frankfurter Rundschau, das Druck- und Verlagshaus Frankfurt a.M. GmbH.

Der Darlehensverzicht ist Teil der umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen, die der Hauptgesellschafter der Rundschau, das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg, gerade abgeschlossen hat. Dabei fielen mehr als 50 Stellen weg. Zudem werden nun fast alle überregionalen Seiten von Berlin aus produziert.

Trotz der schwierigen Bilanzsituation muss die SPD nicht auf eine Überweisung aus Hamburg verzichten. "Aufgrund der sehr guten Eigenkapital- und Liquiditätssituation der ddvg werden 2011 an die Gesellschafterin SPD 7,7 Millionen Euro (Vorjahr: 7,7 Millionen Euro) aus dem Gewinnvortrag ausgeschüttet", heißt es in der Pressemitteilung. Nach Steuern beträgt der Liquiditätszufluss bei der SPD rund 6,5 Millionen Euro.

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