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„Web-TV ist nicht genehmigtes Fernsehen“

App-Klage, Haushaltsabgabe und Top-Personalien: Monika Piel hat viel zu tun. Mit der Verpflichtung von Thomas Gottschalk landete die ARD-Vorsitzende einen Coup. "Er ist einer der ganz Großen der deutschen Fernsehunterhaltung", sagt die 60-Jährige. Im MEEDIA-Interview spricht sie über ihre ersten sechs Monate im Amt, kritisiert das Bewegtbild-Engagement der Verlage im Netz und gibt sich im Streit um die Tagesschau-App selbstbewusst: "Ich habe Zweifel, dass die App-Klage Erfolg hat."

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Frau Piel, Sie haben einen echten Coup gelandet und konnten Thomas Gottschalk für die ARD gewinnen. Wie stolz sind Sie auf sich?
Zunächst einmal bin ich stolz darauf, dass Thomas Gottschalk sich für ein innovatives Format in der ARD entschieden hat. Er ist einer der ganz Großen der deutschen Fernsehunterhaltung und einer der wenigen in Deutschland, der es schafft, ein generationenübergreifendes Publikum zu begeistern.  

Was erhoffen Sie sich von ihm?
Dass Thomas Gottschalk die große Samstagabendshow perfekt moderieren kann, wissen wir. Das Format, das er bei uns machen wird, hat es so im deutschen Fernsehen noch nicht gegeben. Es wird eine Live-Sendung sein, an vier Abenden in der Woche, interaktiv und tagesaktuell. Das ist eine Herausforderung, die Thomas Gottschalk gereizt hat, und ich würde mich sehr freuen, wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer das annehmen.
  
Wie wird der Vorabend in der ARD nun aussehen? Welches Format wird weichen müssen?
Wie der Vorabend im einzelnen aussehen wird, steht derzeit noch nicht fest – Details dazu wird es im Rahmen der für August geplanten Pressekonferenz geben.

Mit Gottschalk und Jauch fährt die ARD nun gleich mit zwei Schwergewichten des Showbusiness auf. Jauch hat seinerseits die Erwartungen gedämpft und keine Revolution in seiner neuen Talkshow angekündigt.
Er hat vollkommen recht damit, erstmal alle Erwartungen zu dämpfen. Auch Günther Jauch kann die Welt nicht neu erfinden. Eine Talkshow hat nun mal bestimmte Abläufe, ebenso wie eine Preisverleihung. Günther Jauch ist ein guter Journalist, der übrigens auch beim Bayerischen Rundfunk volontiert hat. Er kommt aus dem Öffentlich-Rechtlichen – so wie Thomas Gottschalk und Mathias Opdenhövel auch. Er hat eine ganz besondere Art, ist ein sehr beliebter Moderator. Ich bin ich sicher, dass er das sehr gut macht.

Würde Jauch noch ein Unterhaltungsformat bekommen?
Optionen gibt es immer, die haben aber auch etwas mit Kosten zu tun.

Sie sind seit einem halben Jahr ARD-Vorsitzende. Wie haben Sie die ersten sechs Monate erlebt?
Ich kenne die ARD ja schon ein paar Tage und wusste, dass die Koordinationsarbeit sehr zeitaufwändig ist. Dass es einen ARD-Vorsitz gibt, ändert nichts an der Tatsache, dass jede Landesrundfunkanstalt völlig autonom ist. Das, was wir gemeinsam veranstalten, ist das Erste. Die Organisation der ARD ist vergleichbar mit dem Bundesrat oder anderen föderalen Zusammenschlüssen: Man muss jede Position untereinander abstimmen und moderieren. Es ist ganz klar, dass ein solcher Prozess eine hohe Arbeitsbelastung mit sich bringt.

Sie sind die erste Frau in diesem Amt. Führt eine Frau anders als ein Mann?
Nein, das kann man nicht grundsätzlich sagen. Es gibt sicher Männer und auch Frauen, die anders führen als ich. Mein Vorgänger, Peter Boudgoust, war jemand, der sehr effizient und teamorientiert geführt hat. Das ist auch mein Ansatz – daher kann ich nicht sagen, dass sich mit Blick auf den Führungsstil viel geändert hätte.

Haben Sie andere Arbeitsschwerpunkte als Ihr Vorgänger?
Viele Arbeitsschwerpunkte ergeben sich von außen, die kann man sich nicht selbst suchen. In die Zeit von Peter Boudgoust war es das Thema Dreistufentest, in meine Zeit fällt die Beitragsumstellung und auch die Auseinandersetzungen um die Tagesschau-App. Da ich von Hause aus Redakteurin bin, liegt mir das Programm sehr am Herzen und hier in besonderer Weise die Stärkung der Information. Das habe ich auch für mich zum selbst gewählten Schwerpunkt meiner Amtszeit gemacht.

Ist es ein Anliegen von Ihnen, Frauen im Unternehmen zu fördern?
Das ist in allen Landesrundfunkanstalten autonom geregelt. Jede hat seit langer Zeit Gleichstellungsbeauftragte und jede hat ihre eigenen Maßnahmen. Ein übergreifendes Projekt, das Dagmar Reim (RBB-Intendantin, Anm. der Red.) und ich gemeinsam ins Leben gerufen haben und das wir als Schirmherrinnen weiter begleiten, ist ein Förderpreis für junge Ingenieurinnen. Damit wollen wir nicht zuletzt Nachwuchskräfte für die ARD rekrutieren. Es gibt so wenig Frauen, die Ingenieurwissenschaften studieren. Die werden praktisch von den Universitäten weggekauft. Wir haben diesen speziellen Preis ausgelobt, um zu zeigen, dass wir auch in den technischen Bereichen mehr Frauen haben möchten.

Thomas Bellut, der künftige ZDF-Intendant, hat in einem Spiegel-Interview das Amt des Intendanten mit den Aufgaben eines Gärtners verglichen. "Ein Intendant ist wie ein Gärtner: Er fördert das, was wächst." Sehen Sie sich auch als Gärtnerin?
Sie sprechen gerade mit einer leidenschaftlichen Gärtnerin. Von daher kann ich mich mit dem Bild sehr gut identifizieren. Das Amt der ARD-Vorsitzenden hat natürlich etwas damit zu tun: Man versucht, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit andere sich sehr gut entwickeln können.

Haben Sie dafür ein Beispiel?
Ich bemühe mich, die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen von Fernsehen, Hörfunk und Internet so zu gestalten, dass sie auch wirklich unabhängigen Journalismus machen können. Ich stehe da mit breitem Rücken, um alle möglichen Einflussversuche abzuhalten und sicherzustellen, dass eine unabhängige Recherche möglich ist und auch ausreichend Geld für investigativen Journalismus da ist.

Warum braucht die deutsche Medienlandschaft die ARD?
Weil wir als gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Rundfunk die Möglichkeit haben, vollkommen unabhängig von wirtschaftlichen Interessen zu agieren und wir ausschließlich der Qualität und dem journalistischem Auftrag verpflichtet sind. Aber das kann man dann besonders gut machen, wenn man sich nicht am Markt behaupten muss. Gerade in Zeiten, in denen die Medienlandschaft immer unübersichtlicher wird, ist die Glaubwürdigkeit unheimlich wichtig.

Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass die privaten Anbieter keinen glaubwürdigen Journalismus machen können. Sehen Sie das so?
Das kann man grundsätzlich so nicht sagen. Aber zum einen ist es für einen kommerziellen Anbieter immer problematisch, seine Wirtschaftsinteressen völlig außer Acht zu lassen. Zum anderen darf man nicht vergessen, dass es außerordentlich schwierig ist, mit einer anspruchsvollen und entsprechend aufwändigen Berichterstattung Geld zu verdienen. 

Die Zuschauer scheinen den Journalismus der Öffentlich-Rechtlichen nicht zu schätzen, wenn man sich die Zahlen ansieht. Vor allem bei der Gruppe der 14-49-Jährigen können ZDF und Das Erste wohl nicht mehr punkten.
Also, das entspricht einfach nicht den Fakten. Die ARD ist auch in weltpolitischen Krisenzeiten für die Menschen die Informationsquelle Nummer eins. Das haben die Einschaltquoten zum Beispiel während der Katastrophe in Japan und anlässlich der Umwälzungen in der arabischen Welt mehr als deutlich gezeigt.
Und was das jüngere Publikum betrifft – auch da können wir mit seriösem und faktenreichen wie analytischen Journalismus punkten: Denn es ist doch schon ein sehr erfreuliches Zeichen, dass Jugendliche zwischen 12 und 29 Jahren die Informationskompetenz im Fernsehen vor allem im "Ersten" sehen. Nach einer aktuellen Jugendtrend-Studie wird "Das Erste" auch von dieser Altersgruppe als informativ, glaubwürdig und kompetent geschätzt. In diesen Punkten liegen wir deutlich vor den Privat-Sendern.
Sicher, insgesamt steigen die Einschaltquoten bei den jüngeren Fernsehzuschauern nicht in einem Maße an, wie wir das gerne hätten. Im Gegensatz zum Radio: Da sind wir beim jüngeren Publikum bereits sehr erfolgreich – mehr als jeder Zweite der unter 30Jährigen hört täglich eines der ARD-Radioprogramme. Aber man muss auch sehen: Das Durchschnittsalter des Ersten liegt bei 60 Jahren. Das hört sich erstmal sehr hoch an, aber das Durchschnittsalter des deutschen Zuschauers insgesamt ist 51 Jahre, unabhängig vom Sender. Das liegt ganz einfach an unserer demographischen Entwicklung. Um dieses Durchschnittsalter dauerhaft zu senken, muss man spezielle Angebote schaffen.

Was wären das für Angebote?
Das sind Angebote, die auch ein jüngeres Publikum interessieren und gleichzeitig unserem Verständnis von Qualität genügen. Wir werden keine Programme machen, die andere Menschen bloßstellen, erniedrigen oder vorverurteilen. Das ist mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht zu vereinbaren. Wir müssen Wege finden, das Publikum mit spezifischen Angeboten zu erreichen, die unserem Anspruch entsprechen. Der "Tatort" ist zum Beispiel ein Angebot, das bei jungen Menschen sehr gut ankommt, Spitzenfußball ebenso wie auch die neue Serie "Mord mit Aussicht". Auch der Eurovision Song Contest war ein Erfolg. Aber auch bei den Infoprogrammen punkten wir bei den jungen Zuschauern: Die "Tagesschau" ist das meistgesehene Nachrichtenangebot in der jüngeren Zielgruppe.

Würde nicht ein neuer digitaler Sender helfen, die junge Zielgruppe anzusprechen?
Die 30-50-Jährigen versuchen wir mit unserem jungen Digitalprogramm Einsfestival zu erreichen, das der WDR federführend betreut. Da versuchen wir eine Verjüngung hinzukriegen mit speziellen jüngeren Formaten – wie etwa eine neue Talkshow mit einer sehr jungen Moderatorin, die von 1LIVE kommt – oder mit Serien.

Ein Gegenprogramm zu ZDFneo oder ZDFkultur wird es also nicht geben?
Einsfestival hat keine schlechteren Einschaltquoten als ZDFneo und spricht die gleiche Zuschauergruppe an. Wir arbeiten da mit wenig Geld, aber viel Fantasie.

Führen Sie eigentlich ein gutes Verhältnis zu Thomas Bellut? Er hatte behauptet, dass die ARD-Anstalten sich bislang oft nur dann einig sind, wenn sie sich gegen das ZDF vorgehen.
Ich habe Thomas Bellut bei einigen Zusammenkünften getroffen, könnte nun aber nicht behaupten, dass ich ihn gut kenne. Diese These halte ich für Unsinn. Unsere Konkurrenz sitzt nicht in erster Linie im ZDF, sondern bei den kommerziellen Anbietern – zumindest, wenn wir über Marktanteile sprechen.

Welches Format der Privaten würden Sie gerne in der ARD sehen?
Ganz ehrlich: Da fällt mir keins ein.

Das Thema App-Streit wird derzeit heiß diskutiert, der Ton wird von beiden Seiten schärfer. WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus sagte, dass die Tagesschau-App die Märkte kaputt mache und es Zeitungspleiten geben könne. Können Sie diese Sorge verstehen?
Ich kann sie absolut nicht teilen. Den Zeitungen ging es nicht gut, lange bevor es die Tagesschau-App gab. Und es geht den Zeitungen mit der App auch nicht schlechter. Außerdem gibt es auch nicht die Zeitungen: Einige Zeitungen stehen ausgesprochen gut da, sie machen Höchstgewinne. Bei regionalen Zeitungen sieht es schon anders aus. Deren Sorge kann ich durchaus nachvollziehen und teile sie – nicht zuletzt, weil ich eine vielfältige Presselandschaft für außerordentlich wichtig halte. Nur hat das alles absolut nichts mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seinem Internet-Engagement zu tun.

Nun klagen acht Verleger gegen die Tagesschau-App. Meinen Sie, dass es noch die Möglichkeit gibt, eine andere Lösung als vor Gericht zu erzielen?
Ich weiß nicht, welche Einigung es da geben sollte. Ich bin mit den Verlagen, Verlegern und Sprechern der Verlage im Gespräch, die übrigens sehr viel heterogener sind als jede ARD auch nur sein kann. Ich habe Zweifel, dass die App-Klage Erfolg hat. Ich finde es aber sehr schade, dass man sich über solche Punkte vor Gericht auseinandersetzt. Ich weiß auch nicht, wieso da immer die Rede von Expansion ist. Wir haben in der ARD zwei Apps am Start, und zwar die Tagesschau- und die Sportschau-App. Schauen Sie doch mal, wie viele kostenlose Informations-Apps es gibt – übrigens auch von Verlagen, die selber klagen. Im Bereich Sport gibt es hundert kostenlose Apps. Ich möchte noch einmal betonen, dass der Öffentlich-Rechtliche ein Werbeverbot im Internet hat, auch da können wir niemandem etwas wegnehmen. Umgekehrt beobachten wir seit langem, ohne bisher etwas dagegen unternommen zu haben, dass die Verlage Fernsehen im Netz machen. Dieses Web-TV ist nicht genehmigtes Fernsehen, weil die Verlage bei der Verbreitung von Rundfunkinhalten im Netz unheimlich viele Auflagen erfüllen müssten.

Wäre es für die ARD eine Alternative, sich aus dem App-Geschäft zurückzuziehen?
Nein. Das ist für uns keine Alternative. Das Angebot ist durch den Dreistufentest genehmigt worden. Aber eins ist ganz klar: Wenn wir expandieren wollten, dann könnten wir mit sehr vielen Apps am Start sein. Man könnte ja auch darüber nachdenken, warum es nur zwei Apps in der ARD gibt. Das zeigt wohl, dass wir nicht darauf aus sind, den Verlagen das Leben schwer zu machen. Die Tagesschau-App bildet eins zu eins das ab, was auf Tagesschau.de zu sehen ist. Es ist nichts anderes als eine Applikation, die einen einfacheren Zugang zu den Inhalten von Tagesschau.de bereithält. Wir machen Tagesschau.de seit fünfzehn Jahren und ich kann Ihnen mal raten, ins Archiv zu gucken. Die Süddeutsche, die nun gegen uns klagt, hat sich damals so richtig über uns lustig gemacht. Wir seien verrückt, dass wir die Tagesschau nun auch noch im Internet haben müssten. Wir sind elektronische Medien, Radio und Fernsehen, und uns ist ein elektronisches Medium wie das Internet nahe gewesen. Ich verstehe, dass es bei den Print-Medien nicht so war. Das ist aber nicht unser Problem. Wir waren schon im Netz, als es noch kaum jemand kannte.

NDR-Intendant Lutz Marmor hat offen gelegt, dass die Verleger-Klage die Download-Zahlen der Tagesschau-App in die Höhe getrieben hat. Angesichts des Gebührendefizits – 2010 lag sie im Vergleich zum Vorjahr mit 60 Millionen Euro unter den Erträgen –   wäre es ja vielleicht eine Überlegung wert, die App kostenpflichtig zu machen?
Nein, die Möglichkeit haben wir gesetzlich gar nicht. Wir haben einen so genannten Auftragsbereich, so dass in dieser App nur das drinsteht, was auch auf Tagesschau.de zu lesen ist. Weil wir das eins zu eins anbieten, dürften wir gar kein Geld dafür nehmen. Es ist ja bereits mit den Gebühren bezahlt. Wenn wir eine kostenpflichtige App anbieten, müssten da Inhalte drin sein, die über das hinaus gehen, was wir im Auftragsbereich anbieten.

Was versprechen Sie sich von der geplanten Einführung einer Haushaltsabgabe?
Erstmal hoffe ich, dass sie auch 2013 eingeführt wird. Noch muss sie durch etliche Landtage gehen. Wenn sie eingeführt wird, verspreche ich mir davon eine große Erleichterung. Der Gerätebezug ist überholt und nicht mehr zeitgemäß. Man kann uns nicht mehr nur via Radio und Fernsehen sehen und hören, sondern auch mit anderen Geräten. Daher halte ich die Umstellung für sinnvoll. Und die bisherigen Kontrollen an der Haus- oder Wohnungstür, die uns nicht angenehm, aber durch den Gerätebezug notwendig sind, würden dann auch weitgehend entfallen. Insgesamt ist das neue Modell für unser Publikum in jeder Hinsicht einfacher und transparenter.

Wäre in diesem Zusammenhang der unter anderem von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geforderte Werbeverzicht bei ARD/ZDF denkbar?
Das soll ja noch einmal genau eruiert werden, wenn man weiß, wie hoch die Einnahmen nach der Umstellung sind. Ich habe immer die Meinung vertreten, dass wir aus Gründen der klaren Unterscheidbarkeit der Systeme auf Werbung verzichten können. Aber das Geld, das wir bisher über Werbung bekommen haben, das kommt ja nicht obendrauf, sondern wird auf die Gebühr angerechnet. Die Werbeeinnahmen halten die Gebühreneinnahme also geringer. Das müsste dann ausgeglichen werden, was eine Gebührensteigerung bedeutet. Das halte ich auch nicht für sinnvoll. Aber das entscheidet die Medienpolitik der Länder: entweder auf Werbung verzichten und dafür die Gebühren erhöhen oder auf Werbung setzen und die Gebühren senken. Ich kann mit beiden Dingen leben.

Die DFL verhandelt derzeit mit dem Kartellamt über die Vergabe der Fernsehrechte der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga. Davon betroffen wäre auch die "ARD-Sportschau". Kann die Sendung auch ohne Fußball-Bundesliga funktionieren?
Sollte die Bundesliga im Free-TV erst nach 21.45 Uhr stattfinden, hieße das aus meiner Sicht, dass ein ganz großer Teil der Bevölkerung ausgeblendet werden würde. Gerade ältere Menschen würden sich die Spiele nicht im Internet ansehen. Ich hielte eine solche Regelung nicht für richtig. Aber wenn es so kommt, hätten wir auf jeden Fall ein Recht auf  Kurzberichterstattung, so dass wir auch von jedem Spiel berichten könnten. Und die "Sportschau" lebt ja nicht nur von der Bundesliga und vom Fußball, sondern auch von anderen Sportarten. Ich möchte auf jeden Fall weiterhin eine "Sportschau haben", auch um 18 Uhr. Die Sendung auf 21.45 Uhr zu verlegen, ist für mich keine Option.

Anfang des Jahres haben Sie angekündigt, dass es einen Ruhrpott-"Tatort" geben soll. Wie weit sind die Planungen?
Wir befinden uns noch in Überlegungen. Wir haben ja schon zwei sehr erfolgreiche "Tatort"-Teams beim WDR, den Kölner und den Münsteraner, und wir würden gerne mit beiden Teams noch mehr drehen. Es scheitert nur an den hervorragenden Schauspielern, die die ganze Zeit ausgebucht sind. Vor diesem Hintergrund ist die Idee aufgekommen, einen neuen "Tatort" zu etablieren, der dann im Ruhrgebiet spielen soll. Aber wir arbeiten noch daran.

Ende 2012 geben Sie Ihren Vorsitz wieder ab. Was wünschen Sie sich für Ihre Amtszeit?
Ich wünsche mir sehr, dass das Programm weiter gestärkt wird, und wir es schaffen, jüngeres Publikum für unsere Angebote – im Fernsehen, Radio und Internet – zu begeistern. Und ich wünsche mir sehr, dass die Gespräche mit den Verlegern konstruktiv verlaufen.

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