Duden kürt „Wörter des Jahrzehnts“

Jedes Jahr kürt die Gesellschaft für Deutsche Sprache ein Wort und Un-Wort des Jahres. 2010 war das Wort des Jahres "Wutbürger", das Un-Wort war "alternativlos". Einige neue Worte und Begriffe schaffen jedes Jahr sogar ihren Einzug in den Duden. Anlässlich des 100. Todestages von Konrad Duden hat der Verlag die Sonderausgabe “Unsere Wörter des Jahrzehnts” herausgegeben - mit ausgewählten Duden-Neuzugängen der vergangenen zehn Jahre. Vom Ampelmännchen bis zum Bimbes.

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Die Duden-Neuzugänge aus zehn Jahren verraten dabei auch einiges über zeitgeschichtliche Hintergründe und den jeweils herrschenden Zeitgeist. Das Wort “Bimbes” beispielsweise prägte Altkanzler Helmut Kohl im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre. “Bimbes” ist ein pfälzischer Begriff für Geld – vor allem solches aus dubiosen Quellen. Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering sorgte dafür, dass der “Heuschreckenkapitalismus” Einzug in den Duden fand. Damit beschrieb Müntefering die rücksichtslosen Methoden angelsächsischer Finanzinvestoren.

Auch mit der Abwrackprämie oder dem Dosenpfand fanden Begriffe aus der Politik Einzug in den Duden. Das Ampelmännchen, das die Ampeln in der ehemaligen DDR zierte, hat im Duden nur überlebt, weil ihm die Redaktion des Wörterbuchs Kult-Charakter zugesprochen hat. Aber auch Begriffe aus dem Lifestyle wie die Kaffeespezialität Latte Macchiato oder das japanische Zahlenrätsel Sudoku schafften es in den Duden, ebenso wie technische Neuerungen wie Blog oder “twittern”.

In dem Büchlein “Unsere Wörter des Jahrzehnts” hat die Duden-Redaktion rund 500 der prägnantesten der insgesamt 10.000 Neuzugänge der vergangenen zehn Jahre zusammengestellt. Das Buch hat 80 Seiten und kann für fünf Euro beim Duden Verlag bestellt werden.

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