INA kürt Top 10 der vergessenen Themen

Kachelmann sitzt in U-Haft, in Libyen herrscht Krieg und zu Guttenberg scheidet aus dem Amt. Diese Schlagzeilen verkaufen sich gut. Sie garantieren gute Abverkäufe und hohe Reichweiten. Aber welche Themen fallen unter den Redaktionstisch? Nach Ansicht der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) werden wichtige Themen von den Medien nicht aufgegriffen. Eine Experten-Jury hat nun die Rangliste der wichtigsten vernachlässigten Themen und Nachrichten im Jahr 2011 gewählt.

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Ziel der INA ist es, wichtige Nachrichten und Themen, die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Damit will das von Journalisten und Kommunikationswissenschaftlern getragene Projekt die Aufmerksamkeit auf gesellschaftlich relevante Nachrichten lenken. Die Top Ten 2011 lautet:

1. Bankenrettung ohne wirksame parlamentarische Kontrolle
2. Flächendeckend Schadstoffe an Schulen in NRW
3. Militärforschung an deutschen Hochschulen
4. Grundrecht auf Gesundheit – nicht für alle
5. Ärztliche Versorgung in Altenheimen mangelhaft
6. Der vergessene Krieg im Kaukasus
7. Doping im Fußball
8. Alternative Geldsysteme
9. Der Nocebo-Effekt
10. Die Misere der Erfinder in Deutschland

Was sich nach einem Wunschkonzert eifriger Journalismusstudenten anhört, hat mittlerweile Tradition. Die INA wurde im Mai 1997 gegründet‚> setzt sich aus Journalisten und Wissenschaftlern zusammen, u.a. Prof. Dr. Dr. Peter Ludes, Reiner Metzger (taz), Dr. Jörg-Uwe Nieland, Prof. Dr. Horst Pöttker, Prof. Dr. Christian Schicha, Prof. Dr. Ulrike Spree und Rita Vock (DLF).

Jedem eingereichten Thema geht eine eingehende Medienlese voraus. Für jedes Thema muss die Relevanz und die angenommene Vernachlässigung nachgewiesen werden. Das erfolgt in einer ausführlichen schriftlichen Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt. Damit nicht genug: Die Studenten konfrontieren Experten mit ihren Vermutungen, um ihre Hypothesen zu untermauern. Ein Lehrstück für Qualitätsjournalismus.

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