Frauen-WM: Wie der DFB die Presse gängelt

Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft ist vorbei. Fernsehsendern bescherte sie grandiose Quoten und dem deutschen Frauen-Fußball eine breite Öffentlichkeit. Nicht nur die Zuschauer interessieren sich für die weibliche National-Elf, auch die Medien. Doch wie die taz berichtet, griffen der DFB und die Manager der Fußball-Damen rigoros in die Berichterstattung ein. Das Fazit: Das gesprochene Wort wurde nicht nur nicht respektiert, sondern verfälscht. Aus Angst vor Fehltritten.

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So sehen die taz-Autoren einen großen Unterschied zum Profi-Fußball der Männer: “Anders bei den Frauen: Hier kommt man zwar leichter an Gesprächstermine heran, aber autorisiert wird nach Steinzeitmethoden.” So hätten sich aus diesem Grund etliche Zeitungen dagegen entschieden, Interviews mit Spielerinnen abzudrucken, da diese im Vorfeld durch Presseabteilungen und Manager zu stark verändert worden wären.

Ein Opfer dieser Zensurlust war das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Das plante für seine Rubrik "Sagen Sie jetzt nichts", in der Prominente nur mit Gesten von der Kamera antworten dürfen, persönliche Fragen an mehrere Spielerinnen, die das Management zu verhindern wusste. Die taz wehrte sich nach eigenen Angaben gegen diese “Gängelung” und veröffentlichte einige Interviews unrezensiert.

Denn offenbar wurden Aussagen der Spielerinnen nicht nur abgeändert, sondern der eigentliche Wortlaut verfälscht. So wurde aus der Aussage von Babett Peter, dass sie sich "irgendwie berühmt" fühle ein "Ich fühle mich ein bisschen berühmt." Die Grundaussage könnte zu abgehoben klingen, so die Befürchtung.

Ein positives Beispiel für den Umgang mit Vertretern der Presse liefere die US-Elf. Die weiblichen Nationalspielerinnen würden völlig unverkrampft und ohne Manager an der Seite mit Journalisten sprechen. In dem Wissen, dass das gesprochene Wort gilt.

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