Bertelsmann wieder bereit für Investitionen

Bertelsmann präsentierte sich bei der Bilanz 2010 voller Tatkraft. Der Umsatz stieg um 4,5 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, der operative Gewinn von 1,4 auf 1,8 Milliarden Euro. Mitarbeiter erhalten mit 118 Millionen Euro die bisher höchste Gewinnbeteiligung. Die Ergebnisprognose von 500 Millionen Euro wurde mit 656 Millionen unterm Strich übertroffen. Vorstandschef Hartmut Ostrowski kündigte an, dass der Konzern jetzt wieder “signifikante Mittel” für Investitionen frei habe.

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Finanzvorstand Thomas Rabe stieß ins gleiche Horn: “Das Thema Verschuldung ist für uns abgehakt. Bertelsmann ist aus finanzieller Sicht wieder bereit zu investieren.“ Der von der Eigentümerfamilie Mohn gewünschte Aktienrückkauf und die damit verbundene Schuldenlast hatte den Konzern lange operativ in großen Teilen gelähmt. Nun schwenken die Gütersloher wieder auf Expansionskurs. Ostrowski: “Wir werden diese Mittel zur Stärkung der Kerngeschäfte, zur Weiterentwicklung des Portfolios und zur Expansion in neue Wachstumsfelder einsetzen." Als mögliche Investitionsfelder nannte er Digitalangebote, E-Commerce-Services für Firmenkunden oder Corporate Publishing. Als Beispiel für gelungene Expansion erwähnte Ostrowski das ausgebaute Musikrechtegeschäft bei BMG.

Viel Lob gab es vom Chef für die Unternehmenssparten, die allesamt gut aus der Krise gekommen sind. Die RTL Group ist nach wie vor die Cash-Cow des Betriebs aber auch die Dienstleistungssparte Arvato, der Buchverlag Random House und der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr bekamen verbale Streicheleinheiten vom Bertelsmann-Boss.

Die Umsatzrendite des Gesamt-Konzerns erreichte 2010 mit 11,7 Prozent gar einen historischen Höchstwert. Unterm Strich verdiente  Bertelsmann im vergangenen Jahr 656 Mio. Euro. Im Jahr 2009 waren das noch vergleichsweise magere 35 Mio. Die RTL Group hatte 2010 ein Rekordjahr hingelegt: Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro, das Operating EBIT um 36,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Die Buchsparte Random House steigerte den Umsatz um 6,1 Prozent auf  1,8 Mrd. Euro und das Operating EBIT stieg um 26,3 Prozent auf 173 Mio. Euro. Die Service-Sparte Arvato schaffte mit einem Plus von 5,3 Prozent erstmals über fünf Mrd. Euro Umsatz und hielt das operative Ergebnis stabil bei 350 Mio. Euro.

Der Verlag Gruner + Jahr steigerte 2010 seinen Umsatz zwar nur minimal um 1,6 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro, das Operating EBIT machte dafür einen Sprung von 41,4 Prozent auf 287 Mio. Euro. Das Vertriebsgeschäft sei zwar leicht rückläufig, dieses Manko konnte jedoch durch das wieder angezogene Anzeigengeschäft mehr als ausgeglichen werden. Für das laufende Jahr 2011 erwartet Bertelsmann erneut einen Anstieg beim Netto-Gewinn für den Gesamtkonzern.

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