Leo Kirch im Alter von 84 Jahren gestorben

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren gestorben. Das bestätigte mittlerweile ein Sprecher Kirchs. Der frühere Filmrechtehändler und Eigner von ProSiebenSat.1 litt schon lange an Diabetes. 2002 brach seine Firma KirchMedia unter einer Schuldenlast von über sieben Mrd. zusammen und ging pleite. Bis zuletzt prozessierte Kirch gegen die Deutsche Bank, der er die Hauptschuld für seine Pleite gab.

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Stein des Anstoßes war ein berühmt gewordenes Interview, das der damalige Chef der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer, im Fernsehen gab. Breuer zweifelte in dem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs öffentlich an ("…nach allem, was man hört und liest…"), dabei war die Deutsche Bank selbst einer der größten Kreditgeber Kirchs. Kirch sah durch die Äußerung Breuers eine Kettenreaktion ausgelöst, die in der Pleite seines Unternehmens mündete. Der Untergang von Kirchs Medienimperium war eine der größten Firmenpleiten in der deutschen Geschichte.
Kirch galt lange Zeit als deutscher Medienzar oder -Tycoon, eine Art bayerische Ausgabe von Rupert Murdoch. Zu seiner Hoch-Zeit etablierte er äußerst kostspielig das Bezahlfernsehen in Deutschland mit DF1, das später in Premiere umbenannt wurde (und heute Sky heißt), herrschte über die ProSiebenSat.1 Media AG und war Großaktionär bei Axel Springer. Kirch galt außerdem als enger Vertrauter des Alt-Bundeskanzlers Helmut Kohl.
Im Jahr 2007 gelang Kirch beinahe noch einmal ein Comeback in der Medienbranche. Er wollte ab 2009 die Fußball-Bundesliga im TV vermarkten und hatte dafür bereits Verträge geschlossen. Diese mussten jedoch nach Intervention des Bundeskartellamts wieder aufgelöst werden.
Laut einem Sprecher seines Unternehmens starb Leo Kirch am Donnerstagvormittag in München. Er wurde 84 Jahre alt. 

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