ARD rüstet sich für Bild-Schlammschlacht

Die Berliner Zeitung berichtet, dass die ARD eine “virtuelle Medienredaktion” aufbaut, um sich gegen eine offenbar anstehende Kampagnen-Serie der Bild-Zeitung zu wappnen. In der Bild-Reihe soll es mal wieder um Verfehlungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dabei insbesondere der ARD gehen. Hintergrund ist wahrscheinlich der Streit zwischen Zeitungs-Verlegern und der ARD wegen der kostenlosen “Tagesschau”-App. Die ARD will aber offenbar abwarten, ob die Bild ihre Serie tatsächlich bringt.

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Acht Verlage, darunter der Bild-Verlag Axel Springer aber auch die Verlage der FAZ, der SZ, der Berliner Zeitung u.a., haben gegen die kostenlose “Tagesschau”-App der ARD Klage eingereicht. Damit war der Dauerstreit zwischen Verlagen und der ARD, endgültig eskaliert. Die Verleger haben Angst, dass die kostenlose “Tagesschau”-App ein möglicherweise im Entstehen befindliches Geschäftsmodell mit Bezahl-Inhalten auf Tablets und Smartphones von vorneherein zerstört. Umgekehrt argumentiert die ARD, dass die “Tagesschau”-App nichts biete, was nicht auch schon auf der Website tagesschau.de zu finden ist. Außerdem habe die ARD die Verpflichtung, ihre Inhalte auf modernen Wegen an die Nutzer zu bringen.

Schon länger geistert durch die Branche das Gerücht, die Bild bereite wegen des Streits eine neue Serie über die Verfehlungen der ARD, vor. Das wäre nichts Neues. Vor allem Bild hat in der Vergangenheit schon oft Gebührenverschwendung und andere Missstände bei der ARD in Kampagnenform angeprangert. Gut in Erinnerung ist die jüngste Bild-Serie, die zum 60. Geburtstag der ARD in der Bild unter dem Titel “Der große ARD-Report” veröffentlicht wurde. Darin hieß es u.a.: Die ARD sei "eine ergraute, erstarrte und angeschlagene Anstalt. Eine Anstalt, der es an Transparenz und Erneuerung fehlt". Unter der Überschrift “ein paar aktuelle ARD-Personalien” listete Bild genüsslich auf, welche ARD-Mitarbeiter wegen Korruption oder Vorteilsnahmen verurteilt wurden oder angeklagt sind. Es war eine beeindruckend lange Liste.

Laut Berliner Zeitung hat eine eigene “Task Force” bei Bild einen neuerlichen publizistischen Großschlag vorbereitet, der “fast fertig” sei. Aber diesmal will die ARD offenbar zurückschlagen. Koordiniert werde das Abwehr-Projekt bei der ARD von Willi Schlichting (WDR) für den Hörfunk und Martin Hövel (ARD Morgenmagazin) fürs Fernsehen. Es gebe sogar schon einen Themenplan. Angeblich will die ARD aber nur loslegen, falls Bild die eigene Serie tatsächlich bringt. Die “virtuelle Medienredaktion” der ARD sollte sich schon mal warmlaufen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Boulevardzeitung sich von der Aussicht auf eine zünftige Schlammschlacht mit der ARD von ihrem Vorhaben abbringen lässt.

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