Zeitungsverkauf soll BSkyB-Deal retten

Rupert Murdoch steht mit dem Rücken zur Wand. Der News-Corp.-Chef ist nun angeblich sogar bereit, seine verbliebenen britischen Zeitungen zu verkaufen, um eine Komplett-Übernahme seines Pay-TV-Anbieters BSkyB noch zu ermöglichen. Das Wall Street Journal, ebenfalls im Besitz von Murdoch, will in Erfahrung gebracht haben, dass der Medientycoon bereits vor Wochen diskret nach einem Käufer für seine Zeitungen Sun, Times und Sunday Times gesucht hat. Allerdings ohne Erfolg. Auch die BSkyB-Übernahme droht zu scheitern.

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Jetzt plant Murdoch laut WSJ den nächsten Anlauf. Es gibt Vermutungen, die nahelegen, dass Murdoch den Text im Blatt, das zu seiner Holding News Corp. gehört, hat platzieren lassen, um den Deal noch zu retten. So oder so: Seit Tagen wächst der Widerstand gegen die BSkyB-Übernahme seitens der Regierung. Die Konservativen um Premier Cameron wollen sich ebenso wie die Liberaldemokraten dem Antrag der Opposition anschließen und Murdoch zum Rückzug von seinen BSkyB-Plänen auffordern. Damit hätte der Medienunternehmer 95 Prozent der Abgeordneten im britischen Unterhaus gegen sich.

Reporter aus Murdochs Zeitungs-Reich hatten sich laut Guardian mit kriminellen Methoden Zugang zu Steuerpapieren, Kontoauszügen sowie zu Krankenakten von Ex-Premier Gordon Brown und seiner Familie verschafft. Das sei "abstoßendste Arbeit" gewesen, erklärte der Politiker am Dienstag in einem BBC-Interview.

Die Abstimmung über den Oppositionsantrag soll heute stattfinden: Das Ergebnis ist zwar nicht bindend, erhöht aber den Druck auf Murdochs Medienunternehmen enorm. BSkyB-Aktien reagierten deshalb mit Kursverlusten auf die Erklärung der Regierung und büßten 3,3 Prozent ihres Wertes ein. Und auch der Mutterkonzern News Corp. gerät ins Straucheln. Binnen einer Woche war der Kurs der Aktie um rund 15 Prozent abgestürzt.

Fällt die Entscheidung des Abgeordnetenhauses zu Murdochs Ungunsten aus, wäre die Einstellung des Traditionsblatts News of the World ein unnötiger und voreiliger Akt gewesen, den BSkyB-Deal nicht zu gefährden. Zuvor hatte der Medienunternehmer eine Kurspflege angekündigt. Für insgesamt fünf Milliarden Dollar sollen Anteilsscheine aufgekauft werden, die dann in den nächsten zwölf Monaten Stück für Stück wieder verkauft würden.

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