IVW weist falsche Zeit-Online-Zahlen aus

Ärgerlich für Zeit Online: Wegen einer "fehlerhaften Konfiguration auf dem Messserver" seitens eines IVW-Dienstleisters wurden für das Nachrichtenangebot im Mai und Juni falsche Klickzahlen veröffentlicht. Der Fehler führte zwar nicht zu einer falschen Visits-Gesamtzahl, allerdings waren die Inlands-Visits deutlich zu gering und die Auslands-Visits viel zu hoch. Folge: In Analysen wie der von MEEDIA zum Nachrichtenmarkt schnitt Zeit Online schlechter ab, als es hätte sein müssen.

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Für die MEEDIA-Analysen der Nachrichtenbranche werten wir nur die redaktionellen Visits aus dem Inland aus, um einen möglichst genauen Blick auf den nationalen Markt liefern zu können. Der IVW-Fehler verfälschte also genau diese Zahlen und damit auch unsere Rankings. So kam Zeit Online also im Juni nicht wie ursprünglich an dieser Stelle gemeldet auf ca. 12,7 Mio. redaktionelle Visits aus dem Inland, sondern auf fast 15,6 Mio. – ein großer Unterschied. Der Marktanteil, den MEEDIA für sämtliche IVW-geprüften News-Angebote errechnet, verbesserte sich nach der Korrektur von 2,21% auf 2,69%.

Da auch die Mai-Zahlen nicht korrekt waren – der Fehler trat offenbar ab dem 17. Mai auf – wuchs auch dieser Wert noch einmal. Nach der Korrektur beider Werte erreichte Zeit Online nun 15,56 Mio. redaktionelle Visits aus dem Inland und gehört mit einem Minus von 10,3% zwar zu den Verlierern, ist aber nicht mehr wie ursprünglich aus den Zahlen herauszulesen war, der größte Absteiger des Monats.

Hier nun noch die überarbeitete Fassung unserer Juni-Analyse der Nachrichtenbranche:

Der Juni war für die große Mehrheit der Nachrichten-Websites ein eher lauer Monat. Die ganz großen Aufregerthemen fehlten, das Sommerloch setzte ein, es gab einige Feiertage. Laut IVW verloren daher auch 42 der 50 populärsten News-Angebote im Vergleich zum Mai redaktionelle Visits. Gegen den Trend stemmten sich u.a. die Springer-Sites des Hamburger Abendblatts und der Berliner Morgenpost, die größten Verlierer im Vorderfeld des MEEDIA-Rankings heißen hingegen manager magazin und stern.de.

Die größten Marktanteilsverlierer waren im Juni stern.de, Welt Online und manager magazin online – ihnen gingen zwischen 0,11 und 0,18 Zähler abhanden. Auf der anderen Seite kommen die größten Aufsteiger vor allem aus dem Springer-Lager. Bild.de gewann wegen eines unterdurchschnittlichen Visits-Verlustes 0,28 Marktanteilspunkte hinzu, das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost gewann sowohl nach absoluten Visits als auch nach Marktanteilen.

Zur Erinnerung: Um einen möglichst genauen Blick auf den deutschen Nachrichtenmarkt liefern zu können, wertet MEEDIA für die monatlichen Analysen der News-Websites lediglich die redaktionellen Visits aus dem Inland. Zudem errechnet MEEDIA aus diesen Zahlen der rund 200 IVW-geprüften Nachrichten-Angeboten Marktanteile. Der Vorteil dieser Werte: Sie zeigen unabhängig von saisonalen und thematischen Schwankungen, die die gesamte Branche betreffen, welche Websites sich im Vergleich zur Konkurrenz positiv oder negativ entwickeln.

Weitere Gewinner sind neben dem Springer-Trio auf den ersten 25 Plätzen Focus Online, Express Online, N24 Online, die Hamburger Morgenpost und tz Online, also u.a. diverse Boulevard-Angebote. Sie profitierten von der Tatsache, dass die gesamte Branche im Vergleich zum Mai durchschnittlich 8% der redaktionellen Inlands-Visits einbüßte und sie sich positiver als dieser Branchen-Durchschnitt entwickelten.

Wie der Blick auf die Ränge 26 bis 50 zeigt, war der Juni mit seinen wenigen überregionalen Mega-Themen zudem ein Monat, in dem die regionalen Kontrahenten punkten konnten. In dieser zweiten Hälfte unserer Top 50 gibt es nämlich nur drei Marktanteilsverlierer: das Medienhaus Lensing, die Badische Zeitung und die Abendzeitung. Deutlich hinzu gewinnen konnten hingegen die Neue Westfälische und OVB online aus Rosenheim (jeweils +0,04 Punkte), sowie die BZ-Berlin und der General-Anzeiger (+0,03).

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