Facebook-Nutzer beschimpfen CDU

Erst fordern sie ein Verbot von Facebook-Partys, jetzt tappen sie selbst in die Social-Network-Falle: CDU-Politiker haben in dem Netzwerk zu ihrem Sommerfest eingeladen – öffentlich. Die Konsequenz: Mehr als 3.000 Nutzer meldeten sich zu der Scheunenfete des Ortsverbands Hasloh an, streuten Gerüchte über einen Besuch der Hells Angels und überzogen die Partei mit Häme. Erstellt hat die Veranstaltung CDU-Ortschefin Dagmar Steiner. Doch die ist zurzeit im Urlaub und bekommt nichts von dem Chaos mit.

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"Diese Welle ist kein Spaß mehr", sagte der stellvertretende CDU-Ortsvorsitzende Michael Witt zur Hamburger Morgenpost. Am gestrigen Dienstag blies er die Facebook-Sause ab und löschte die Veranstaltung. "Ich denke, es ist klar geworden, dass Facebook für uns vielleicht doch nicht das Richtige ist." Gleichzeitig warnte er aber auch die "Internet-Spaßvögel": Würden Fremde dazu auffordern, diese Feier zu besuchen, sei das eine "Aufforderung zum Hausfriedensbruch".
Auf der Pinnwand der CDU Hasloh hinterlassen amüsierte Facebook-Nutzer ihren Spott. Einer schreibt: "Diese konservativen Volldeppen sind schon cool drauf. Hauptsache immer erstmal schnell für alles ein Verbot fordern!" Andere posaunen "Internet Führerschein??? Sollte man machen" oder "wir kommen trotzdem zu euch zum Party machen".
Michael Witt meinte weiter zur Mopo, dass ihm klar sei, dass sich die CDU mit dem Appell für ein Verbot von Facebook-Partys "zur Zielscheibe" gemacht habe. Dennoch, so sagt er, "muss es möglich sein, für eine nette Veranstaltung bei Facebook zu werben, ohne dass es gleich ausufert". Dass das auch möglich ist, zeigt beispielsweise die Einladung der Hasloher CDU zum Osterfeuer, das am 23. April stattfand. Fünf Leute sagten zu dieser öffentlichen Veranstaltung zu.

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