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Die Jauch-Manie der WAZ-Zeitschriften

Neues Heft, alter Titelheld: Die WAZ-Tochter Gong Verlag hat am Mittwoch mit Freizeit TV eine neue wöchentliche Zeitschrift auf den Markt geworfen. Auf dem Titel grüßt mit Günther Jauch ein guter Bekannter der Unterhaltungspresse. Schlagzeile: "Seine geliebte Mutter hat ihn für immer verlassen". Die Zeitschrift die zwei, ein Schwesterblatt aus dem Hause Gong, hatte gerade erst via Post vom Anwalt entdecken müssen, dass Jauchs Mutter bereits vor sechs Jahren verstarb.

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Das Jauch-Cover ist als Fortsetzung einer journalistischen Fehlleistung der Gong-Postille die zwei zu verstehen. Die hatte nämlich unlängst berichtet, der TV-Star Jauch pflege "bis heute einen liebevollen Kontakt" zu seiner Mutter. Sie wohne "in einem Altenheim unweit seiner Villa in Potsdam". Der Spiegel berichtete seinerseits Anfang Juli, dafür sei der WAZ-Gruppe eine Gegendarstellung von Jauch ins Haus geflattert. Denn: Jauch pflege keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter. Sie sei nämlich bereits 2005 verstorben. Dies zitierte der Spiegel offenbar aus der anwaltlichen Post.

Gegenüber dem Spiegel wollte sich Carsten Pfefferkorn, der Chefredakteur von die zwei, nicht zu dem Fehler äußern. Dafür antwortet er nun auf eine andere Art und Weise. In dem neuen Blatt Freizeit TV, das Pfefferkorn ebenfalls verantwortet, ist ganzseitig nicht nur ein Foto vom Grab der Jauch-Eltern zu sehen, sondern gleich ein kompletter Stammbaum der Familie abgedruckt, der bis ins 19. Jahrhundert zu Hans Jauch ("Oberst, Fabrikant") reicht. Überschrift "Seine Mutter hat ihn für immer verlassen."

Für die Redaktion der Zeitschrift ist die Entdeckung eine "kleine Sensation". Denn "kaum jemand" habe vom Ableben der Mutter gewusst. Dass diese Information überhaupt erst publik wurde, weil die zwei einen dicken Fehler fabriziert hatte, steht in dem Artikel nicht. Stattdessen verweist der nicht namentlich genannte Autor des Stücks in Freizeit TV auf eine "Stellungnahme" Jauchs im Spiegel. Genau aufzudröseln, wie der Fall lief, wäre vermutlich nur zu verwirrend gewesen.

Der Autor hat es nicht bei diesen Erkenntnissen bewenden lassen. So seien Günther Jauch und seine Frau Thea am 20. März 2005, drei Wochen nach dem Tod seiner Mutter, zu Gast in der Berliner Philharmonie gewesen. "Wie immer freundlich lächelnd." Zur Illustration zeigt die Redaktion ein Bild des Ehepaares, das "bei einer Gala" am 5. Februar dieses Jahres aufgenommen worden sein soll. Dazu wird Jauchs Cousin Robert mit den Worten zitiert: "Ich finde es richtig, dass mein Cousin sein Privatleben, seine Familie aus den Medien heraushält." Doch da konnte und wollte Freizeit TV, die neue Frauen- und Freizeitillustrierte, nicht mitziehen.

Freizeit TV ist am 13. Juli zum Preis von 1 Euro mit dem Claim "Eine Zeitschrift, alles drin" erschienen.

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