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LinkedIn: Die 100-Dollar-Aktie

Blase, welche Blase? Sah es noch vor Wochen so aus, als würde das Online-Business-Netzwerk LinkedIn vollkommen überteuert an die Börse kommen, erleben Aktionäre nun ein bemerkenswertes Comeback: Nach dem Einbruch im Juni schoss die LinkedIn-Aktie um 70 Prozent in die Höhe und markierte am Montag ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis. Ein Sprung bei den US-Nutzerzahlen befeuert die Entwicklung – Farbe bekennen muss der Börsenstar des Jahres jedoch Anfang August, wenn die ersten Quartalzahlen anstehen.

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Blase, welche Blase? Sah es noch vor Wochen so aus, als würde das Online-Business-Netzwerk LinkedIn vollkommen überteuert an die Börse kommen, erleben Aktionäre nun ein bemerkenswertes Comeback: Nach dem Einbruch im Juni schoss die LinkedIn-Aktie um 70 Prozent in die Höhe und markierte am Montag ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis. Ein Sprung bei den US-Nutzerzahlen befeuert die Entwicklung – Farbe bekennen muss der Börsenstar des Jahres jedoch Anfang August, wenn die ersten Quartalzahlen anstehen.    

Das muss LinkedIn erstmal jemand nachmachen: Rom brennt, zumindest an der Börse nach der Verschärfung der italienischen Schuldenkrise, weltweit gehen Aktien steil in den Sinkflug über – doch das amerikanische Online-Business-Netzwerk schließt nicht nur im Plus, sondern auch auf einem neuen Allzeithoch!

Erstmals seit der Erstnotiz vor knapp zwei Monaten fiel der Schlusskurs von LinkedIn sogar dreistellig aus: Bei exakt 100,71 Dollar wurde die Aktie, die an der New York Stock Exchange unter dem Tickersymbol LNKD gehandelt wird, zu Handelsende taxiert.  Zwar schoss das Papier in den ersten Handelsstunden nach der Erstnotiz Mitte kurzfristig sogar auf 122 Dollar empor, schloss aber wieder deutlich unter der 100-Dollarmarke. Nun also neue Höchstkurse auf Basis des Schlusskurses!

Auf der Überholspur: LinkedIn hat mehr US-Nutzer als MySpace

Der erneute Gipfelsturm erscheint umso erstaunlicher, zumal das Papier vor drei Wochen noch für 60 Dollar zu haben war – die LinkedIn-Aktie  hat damit binnen nicht mal eines Monats fast 70 Prozent an Wert gewonnen. Fundamental zu rechtfertigen ist der Höhenrausch weiter kaum: Bei 100 Dollar kommt der große Xing-Rivale auf einen Börsenwert von schon 9,5 Milliarden Dollar, während die Hamburger Online-Netzwerkervon der Börse gerade mal mit 400 Millionen Dollar bewertet werden. Dabei wird LinkedIn dieses Jahr wohl Geld verlieren.

Andere Zahlen sprechen dagegen für den Börsenstar 2011: Gestern wurde bekannt, dass LinkedIn in den USA MySpace nach Besuchen überholt hat – mit 33,9 Millionen Besuchern im Juni ist LinkedIn damit nun das zweitgrößte Social Network hinter Facebook. Ob das allerdings eine Börsen-Bewertung rechtfertigt, die inzwischen fast etwa dem 40-fachen des geschätzten Jahresumsatzes entspricht, ist eine andere Frage.
LinkedIn reitet auf der Welle der Sieben Todsünden

Für Firmengründer Reid-Hoffman dürfte das eher keine Überraschung sein. In einem vielbeachteten Gastbeitrag im Wall Street Journal erklärte der frühe PayPal-Mitbegründer, dass es im Silicon Valley ohnehin nur zwei  Geschwindigkeiten gebe: den Stillstand oder eben das Leben auf der Überholspur. Das erleben in diesen Tagen nicht zuletzt die boomenden Social-Media-Unternehmen, deren Erfolgsrezept Hoffmann mit den sieben Todsünden in der Bibel vergleicht. Facebook profitiere demnach von der Eitelkeit, Zynga von der Faulheit und LinkedIn von der Gier seiner Nutzer – oder, wie man sieht, seiner Anteilseigner.

Die erste richtige Bewährungsprobe kommt jedoch unweigerlich auf den größten Highflyer unter den Internet-Debütanten dieses Jahres zu: Am 3. August muss LinkedIn erstmals seit seinem Börsengang Quartalszahlen vorlegen. Den Auftakt zur turnusmäßigen Berichtssaison macht bereits am Donnerstag Google.

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