Friedensvertrag zwischen NDR und „Maschi“

Nur eine kurze Meldung war es dem NDR am vergangenen Freitag wert: Der Rechtsstreit mit Carsten Maschmeyer ist beigelegt. Details gab es keine. Nun hat das Online-Angebot NachDenkSeiten den kompletten Vertrag zwischen dem NDR und dem AWD-Grüner ins Netz gestellt. Darin wird ersichtlich: Insgesamt wurden 18 Strafverfahren angestrengt, die Kosten werden nun geteilt. Maschmeyer verzichtet auf strafrechtliche Schritte, der NDR muss eine Szene aus dem "Panorama"-Beitrag rausschneiden.

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Die "Panorama"-Filme über den "Drückerkönig" bleiben demnach weitestgehend so bestehen, wie sie gesendet wurden. Das dokumentiert der Vertrag zwischen Maschmeyer und dem NDR, den die NachDenkSeiten veröffentlicht haben. Hinsichtlich des Beitrages "Abzocke Maschmeyer" verpflichtet sich der NDR die Szene, in der das Privathaus des Unternehmers zu sehen ist, rauszuschneiden. Außerdem muss der "Judge’s Cut Reloaded" aus dem Netz entfernt werden. In dieser Version bastelte die Redaktion in den "Panorama"-Beitrag Schwarzszenen plus Off-Stimme an den Stellen hinein, für die Maschmeyer eine Bildverwendung untersagen ließ.    
Alle anderen "Panorama"-Beiträge bleiben unverändert im Netz verfügbar, dürfen aber nicht mehr besonders beworben werden. Der zwischen den Parteien entstandene Schriftverkehr inklusive Dokumente wandert ins Archiv. Sollte es einen aktuellen journalistischen Anlass geben, dürfen die Filme auch im Fernsehen ausgestrahlt, aber nicht an Dritte weitergegeben werden.
Die einstweiligen Verfügungen, die für einzelne Szenen erlassen wurden, sind dann insofern aufgehoben, dass Maschmeyer sich verpflichtet, keinen Bestrafungsantrag zu stellen. Auch verzichtet er auf "etwaige strafrechtliche Schritt im Zusammenhang mit den streitbefangenen Beträgen". Beide Parteien einigten sich darauf, sämtliche Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der NDR Berichterstattung über Maschmeyer nicht weiter zu verfolgen.
Somit endet ein monatelanger Streit zwischen dem AWD-Gründer und der Rundfunkanstalt sowie der "Panorama"-Redaktion. Zuletzt hatte Maschmeyer prüfen lassen wollen, ob Redakteure des politischen Magazins bei ihren Recherchen den Straftatbestand der Nötigung und der politischen Verdächtigung erfüllen. Reporter Christoph Lütgert hatte dies gegenüber MEEDIA als "reinen Einschüchterungsversuch" gewertet.    
Maschmeyer befasst sich mittlerweile mit ganz anderen Dingen. Laut stern.de investiert er in den Internet-Dienst namens Papagei.TV, der Online-Fremdsprachenangebote entwickeln soll.

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