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Abgeschrieben! HuffPo feuert Mitarbeiterin

Die Huffington Post hat einer Mitarbeiterin gefeuert, weil diese zu sehr aus einem Text des US-Werbemediums AdAge abgeschrieben hatte. Es ging um einen Artikel der AdAge, der die Twitter-Präsenz von Apple-Chef Steve Jobs mit der des US-Politikers Anthony Weiner verglich, der wegen einer Internet-Sex-Affäre zurückgetreten war. Der AdAge-Autor beschwerte sich bei der HuffPo und machte den Fall öffentlich. Überraschung: Die HuffPo gab ihm Recht, entschuldigte sich und feuerte die Mitarbeiterin.

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In US-Online-Medien wird anhand dieses Falls nun über die Praxis der Inhalte-Aggregation durch die Huffington Post diskutiert. Simon Dumenco, der Autor des ursprünglichen AdAge-Textes, schrieb über den “Missbrauch” seines Textes durch die HuffPo. Er erläuterte, dass die HuffPo seinen Text zwar verlinkt habe, dieser Link aber nur 57 Pageviews gebracht hat. Einen Link auf denselben Artikel bei dem technischen Aggregator Techmeme, der ausschließlich die Titelzeile samt Link transportiert und keine von Hand geschriebene Zusammenfassung, brachte dagegen 746 Pageviews.

Dumenco sieht dies als eine Entkräftung des von HuffPo-Mitgründerin Arianna Huffington oft verwendeten Arguments, dass die Online-Zeitung anderen Websites durch Aggregationen verstärkt Traffic zuführe. Der verantwortliche Wirtschaftsredakteur bei der HuffPo, Peter Goodman, entschuldigte sich bei Dumenco für den Vorfall und erklärte, man habe “Null Toleranz für so ein Verhalten”. Was geschehen sei, sei “total inakzeptabel” und widerspreche den Gepflogenheiten im Newsroom der HuffPo, so Goodman weiter.

Diese Aussagen seien eine große Neuigkeit für alle Leser und jeden, der jemals für die HuffPo gearbeitet hat, schrieb wiederum Ryan Tate im US-Medienblog Gawker. Dass die HuffPo eine Mitarbeiterin mit der Begründung feuert, einen Text zu sehr aggregiert zu haben, sei “lächerlich”. Gawker listete eine ganze Reihe von Artikeln auf, bei denen die HuffPo ebenso Original-Artikel über weite Strecken wiedergegeben hat.

Goodman seinerseits rechtfertigte die Entlassung der Mitarbeiterin in einem Interview mit der AdWeek: “Es gibt nicht viel mehr dazu zu sagen, als dass wir es dieses Mal vermasselt haben und sicherstellen wollen, dass das nicht wieder passiert.” Im Februar hat AOL die HuffPo für rund 315 Mio. Dollar gekauft. In der neuen Huffington Post Media Group sollen auch alle bisherigen AOL Content-Angebote gebündelt werden.

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