Murdoch stellt News of the World ein

Ein Medien-Tycoon zieht die Reißleine: Rupert Murdoch stellt sein Skandalblatt News of the World ein. Die Ausgabe, die am kommenden Sonntag erscheint, wird die letzte in der fast 170jährigen Geschichte des Wochenblatts sein. Anlass der brachialen Entscheidung sind die ungeheuerlichen Praktiken, denen sich das Blatt bei sogenannten Recherchen bedient hat. Mittlerweile machen Politiker dem Verleger der News Corporation mächtig Druck. Obowhl krisengestählt, hat Murdoch sicher auch darum nun den Exit-Knopf gedrückt.

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In den vergangenen Monaten und Wochen wurden immer mehr unappetitliche "Recherchepraktiken" der Zeitung offengelegt. So hörten Mitarbeiter der Zeitung die Mobiltelefone verschiedener Privatpersonen und Prominenten ab. Diese Fälle wurden als "Phone Hacking Scandal" bekannt. Redakteure bezahlten zudem Polizisten, um an Details zu Fällen zu kommen.

Besonders verwerflich ist der Fall eines entführten und ermordeten 13jährigen Kindes, dessen Handy-Mailbox nach Nachrichten abgehört wurde. Rupert Murdoch, der Verleger des britischen Revolverblatts, nannte die Enthüllungen "erbärmlich und unakzeptabel".

Mit der radikalen Konsequenz, die Murdoch und sein Sohn James nun ziehen, hätte aber wohl niemand gerechnet. Immerhin liegt die Auflage bei knapp 3 Millionen Exemplaren pro Ausgabe. Solche Praktiken hätten "keinen Platz in unserem Unternehmen", zitiert das Wall Street Journal James Murdoch.

Die Verleger haben bereits zugesichert, dass sie mit der Polizei kooperieren werden, um die Hintergründe der Verstöße aufzuklären. 

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