Anzeige

„The War“: Klitschkos Kampf der Superlative

Samstagabend gibt es Krieg: Wladimir Klitschko tritt in Hamburg gegen den Briten David Haye an, RTL überträgt live. In dem Kampf, der martialisch als "The War" angekündigt wurde, geht es um die Vereinigung der Titel der großen Boxverbände. Im Vorfeld beleidigte Haye Klitschko als "beschissenen Esel" und inszenierte sich in Magazinen mit Fotos, die ihn mit den abgeschlagenen Köpfen der Brüder zeigen. MEEDIA hat die wichtigsten Fakten zum Kampf der Superlative gesammelt.

Anzeige

Gute Quoten garantiert
Die Klitschkos sind Quotengaranten und sorgen meistens für zweistellige Millionenwerte bei den Zuschauern. Deswegen hat  RTL auch einen exklusiven Vertrag mit den Ukrainern abgeschlossen, der sogar erst Anfang Juni verlängert worden war. Im Oktober 2010 schauten im Durchschnitt 13,45 Millionen Menschen zu, als Vitali Klitschko gegen Shannon Briggs kämpfte. ‚Natürlich hoffen wir auf außergewöhnlich viele Zuschauer. Aber die Quote hängt von so vielen Faktoren ab, dass es unseriös wäre, darüber öffentlich zu spekulieren‘, sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe der Nachrichtenagentur dapd.

RTL überträgt den Fight der Superlative in 150 Länder. “Diese 17. RTL-Übertragung eines Klitschko-Kampfes seit Beginn unserer TV-Partnerschaft 2006 ist definitiv die aufwändigste, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass erstmals in einer nicht komplett überdachten Arena übertragen wird”, so Loppe. Erwartet werden rund 500 Millionen Zuschauer weltweit.

"Dr. Steelhammer" gegen den "Hayemaker"
Zwischen 2000 und 2003 verteidigte Klitschko seinen WBO-Titel fünf Mal. Durch K.o.-Siege gegen Derrick Jefferson, Charles Shufford, Ray Mercer, Jameel McCline und Francois Botha. In seinem Geburtsland Ukraine hat Klitschko Sportwissenschaften studiert und darin promoviert. In Verbindung mit seinen K.O.-Qualitäten war der Kampfname schnell gefunden: “Dr. Steelhammer”.

David Haye trägt den Kampfnamen “Hayemaker” (Heumacher). Er kommt aus dem Cruisergewicht und gilt in der Schwergewichtsklasse als überaus agil. Er umtänzelt seine Gegner, bevor er sie mit einer Kombination aus Haken und Aufwärtshaken bearbeitet. Seine Rechte gilt als extrem stark, weshalb er schon im Cruisergewicht den “Kosenamen” “Hayemaker” bekam. Unter einem “Haymaker” versteht man im Boxsport den Schlag, der den Gegner auf die Bretter schickt.

Beide Boxer tragen ihre Titel zurecht. Auch wenn Klitschko der erfahrenere Schwergewichtler ist, dürfte es ein spannender Fight werden. Von 58 Kämpfen stand Klitschko 55 Mal erfolgreich als Profi im Ring. Nur dreimal verlor er. In 46 Kämpfen gingen seine Gegner k.o. David Haye stand als Profi nur 26 Mal im Ring. Davon gewann er 25 Kämpfe, 23 durch K.O.

Es geht um die Titelvereinigung
Haye wechselte vor drei Jahren ins Schwergewicht. Nach seinem Punktsieg über den Riesen Nikolaj Walujew, den er beinahe auf die Bretter schickte, im November 2009 ist er Weltmeister des Verbandes WBA. Am 3. April 2010 verteidigte Haye seinen Titel gegen den ehemaligen Weltmeister und US-Amerikaner John Ruiz. Am 13. November 2010 verteidigte er seinen Titel erneut gegen den Briten Audley Harrison.

Alle anderen wichtigen Titel gehören den Klitschkos. Wladimir Klitschko hält die Weltmeistertitel des IBF und des WBO. Den WBC-Titel hält sein Bruder Vitali.

Strategischer Hüne gegen flinken Cruiser
Haye ist der beweglichste Schwergewichtler derzeit und damit ein unangenehmer Gegner in dieser Gewichtsklasse. Dabei spielt ihm sein geringeres Gewicht in die Karten. Klitschko kämpfte zuvor gegen weitaus unbeweglichere Gegner, die er mit seiner starken Führhand gut kontrollieren konnte.

Wladimir Klitschko gilt als einer der besten Techniker im Schwergewicht. Er ist ein klassischer Linksausleger. Durch schnelle Beinarbeit versucht er, die Distanz zum Gegner zu wahren, um seine Reichweite ausspielen zu können. Bei einem flinken Gegner wie Haye könnte Klitschko als durchaus Probleme bekommen.

Image: Saubermann gegen Aggressor
Haye gilt als ewiger Provokateur.  „Ich überlege mir, wie ich aus einem Kampf ein Drama mache, wie ich Schlagzeilen produzieren kann. Die Leute sollen denken, wer ist dieser Kerl? Und dann schauen sie den Kampf an, weil sie wissen wollen, ob ich was kann. Oder weil sie hoffen, dass ich verprügelt werde. Mein Gegner soll wütend auf mich sein. Er soll mich hassen“, gab der Brite in einem Interview mit dem „Spiegel“ unverblümt zu. Zum obligatorischen Wiegen vor dem Kampf kam er zu spät, um dann die Hamburger Karstadt-Filiale mit hunderten britischen Fans in ein grölendes Saufgelage zu verwandeln.

Ganz anders Wladimir Klitschko: Er und sein Bruder Vitali gelten als absolute Saubermänner mit Werbedeals für die Fitnesskette McFit und Milchschnitte. Die Brüder betreiben seit 2007 sogar eine eigene Vermarktungsagentur namens „Klitschko Management Group GmbH“ (KMG). Geschäftsführer ist der langjährige Klitschko-Manager Bernd Bönte. Zusammen sind die Ukrainer seit dem 16. Juni im Kino zu sehen. “Klitschko” heißt die Doku von Regisseur Sebastian Dehnhardt, die beim Majestic Filmverleih erschienen ist.

Weltmeister der fiesen Sprüche
„Wenn wir beide Tiere wären, dann wäre ich ein Leopard und er ein beschissener Esel“, ist nur einer von vielen Sprüchen, mit denen Haye im Vorfeld seinen Gegner provozieren wollte. „Ich würde ihm am liebsten in die Eier hauen, wenn der Ringrichter nicht hinschaut“, ließ er die Presse wissen.

Schon vor zwei Jahren setzte er den Grundstein für den nun als “The War” angekündigten Fight der Schwergewichtler. In Magazinen und auf T-Shirts war eine Zeichnung zu sehen, auf der der triumphierende Haye die blutigen Köpfe der enthaupteten Klitschkos in den Händen hielt. Beim “bösen Blick” für die Presse soll er ständig die Worte “Son of a bitch” (engl.: Hurensohn) gemurmelt haben.
Wladimir Klitschko gibt sich gelassen. „Er hat sich durch sein Mundwerk einen Namen gemacht, nicht durch seine Kämpfe. Ich will ihn bestrafen“, ließ er die Journalisten wissen. Haye bezeichnet er siegesgewiss als “Nummer 50” – eine Ansage, dass dieser Kampf sein 50. K.O.-Sieg werden soll.

RTL überträgt den Kampf ab ca. 22.45 Uhr aus dem Fußballstadion des Hamburger SV. Ab 21.45 Uhr läuft die Vorberichterstattung.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige